Zwei "Höhlenforscher"

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1945 (ca.)

Zwei "Höhlenforscher"

Früher hatten nicht nur die Bäcker ihren Backofen, sondern auch jeder Bauernhof hatte sein eigenes „Backes“. In vielen Dörfern besaßen mehrere Familien zusammen ein Backhaus. Wechselweise hatte jede Familie  ihren Backtag, an dem das Brot für zwei oder drei Wochen gebacken wurde.

Alle diese Backöfen bestanden aus besonderem leicht porösem Stein. Nun verträgt aber durchaus nicht jeder Stein, dass man darauf ein kräftiges Feuer entzündet. Besonders feuerfeste Steine mussten es also sein, aus denen solche Öfen gebaut wurden.

Natürlich ist hier ein Stein, der bei seiner Entstehung schon große Hitze hat ertragen müssen, von Vorteil. Wenn er gut gewachsen und frei von Sprüngen und Rissen ist, kann er als Backofenstein verwendet werden. Hinzukommen muss aber auch noch eine gute Spaltbarkeit.

Der Stein muss zu allen Bodenplatten, zu den Formstücken für die Feuertür, für die Seitenwände und für die leicht gewölbte Decke fein säuberlich und völlig glatt behauen werden können. Alle diese Eigenschaften zeigte der Trachyttuff aus dem Wintermühlental, zwischen Königswinter und der Margaretenhöhe, und hier bei und in Stieldorferhohn im Lauterbachtal, gegenüber dem Aufgang zur „Höhnsche Hött". Im Volksmund wird diese Backofenkaule auch „Back-owwe-kuhl“ genannt.

Auch in Stieldorferhohn gab es solche Backöfen:

Zum Scharfenberg, am Grundstück Armbröster, am Hause Reintgen und am heutigen Haus Bongartz. Ein Herr W. Palm war einer der besten Ofenbauer im Umkreis. Er baute auch Backöfen bei uns in Stieldorferhohn. Heute wird kein Stein mehr für Backöfen abgebaut. Die Zeit ist auch für dieses Handwerk dahingegangen.

Zeitweilig haben die Backofenkaulen auch für Championzüchter gedient, da in den Stollen eine gleich bleibende Temperatur zwischen 9 und 12 Grad war. Auch diente die Backofenkaule einigen Familien in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges als Unterkunft bzw. Schutz vor Granatbeschuss. In einem Stollen wurde seit 1994 kurzzeitig Obst eingelagert.

Georg Armbröster

Quelle
Chronik von Stieldorferhohn -35 Jahre Bürgerverein-
Zur Verfügung gestellt von
Walter Weber
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