Aufnahme: 1948
Der Sportplatz auf dem Stenzelberg
Nachdem das Handballspiel zu einem festen Bestandteil des TuS-Heisterbacherrott Siebengebirge geworden war, suchte man ein entsprechendes Gelände. Man stellte am 28. Januar 1926 einen entsprechenden Antrag an die Gemeinde. Es wurde eine Notlösung gefunden. Kurz nach Kriegsende 1946 stand die Frage wieder im Raum. Der Wunsch zu einem Platz am Weilberg wurde zunichte durch die Aussage des Steinbruchbetriebes, dass man in Kürze den Betrieb wieder aufnehmen wolle. Es stand der Schutthaldenbereich auf dem Stenzelberg zur weiteren Wahl. Die hierzu aufgenommenen Verhandlungen wurden hart aber am Ende erfolgreich.
Nach dem man endlich die Bewilligung zum Bau eines Sportplatzes auf dem Stenzelberg in der Hand hatte, ging es darum, die vorhandenen Steinhalden so umzugestalten das eine ebene Fläche von entsprechender Größe erstellt werden konnte. Es waren rund 2000 Kubikmeter Erde, Geröll und Gestein zu bewegen. Da kein Geld und Maschinen vorhanden waren, musste alles mit Hand geschehen. Die Vereinsmitglieder des Turn- und Spielvereins Siebengebirge Heisterbacherrott mussten sich mit ihrer Unterschrift verpflichten bis Fertigstellung des Platzes, einen Wochentag im Monat, ein Pflichttag mit je 8 Arbeitsstunden hier zu leisten. Sollte jemand seiner Verpflichtung nicht mehr nachkommen, ging der Verein davon aus, dass er kein Interesse an dem Verein hatte und das er damit einverstanden war, dass er aus dem Verein ausgeschlossen wurde. Dieser Beschluss erfolgte am 21. April 1948.
Bis Fertigstellung des Platzes im Juli 1948 waren von Vereinsmitgliedern 2121 Arbeitsstunden und von bezahlten Arbeitsgruppen 3000 Stunden in Handarbeit geleistet worden. Auch die Schulkinder beteiligten sich daran mit vielen Stunden und sie durften das letzte mit blumengeschmückte Kippwägelchen ins letzte Loch kippen.
Am 29 August 1948 wurde der Sportplatz vom damaligen Vereinsvorsitzenden Peter Gierlach mit den Worten übergeben: „Möge die Kameradschaft die dieses Werk entstehen und vollenden ließ, Symbol sein für eine ehrliche und moralische Kameradschaft in Sport und Spiel“.
Die Presse schrieb damals: „Der schönst gelegene Sportplatz im Regierungsbezirk Köln“.
Ab 1952 wurden die ersten Handballspiele in der Halle ausgetragen und ab 1954 waren Hallenspiele ein fester Begriff. Der Feldhandball rückte immer mehr in den Hintergrund. 1956 sind auf dem Stenzelberg-Sportplatz ein Handballturnier mit 12 Mannschaften ausgetragen worden.
1964 kamen Klagen wegen des schlechten Zustandes des Platzes und der Zuwege.
Ab 1968 wurden noch Kleinfeldturniere auf dem Stenzelberg ausgetragen. Hierzu mussten die Tore jeweils aufgebaut werden.
1966 stellten der TuS und Vertreter des Forstamtes einen Pachtvertrag über dreißig Jahre aus, der aber nicht mehr zum Tragen kam, da sich eine andere Möglichkeit bot.
1973, zum 60-jährigen Bestehen des Sportvereins, erfolgten einige Kleinfeldturniere auf dem Platz. 1974 und 1975 stand der Stenzelberg-Sportplatz noch einmal im Mittelpunkt von Sport- und Sommerfesten. 1975 wurde dann auch das letzte Großfeldspiel im Handball dort ausgetragen.
Die Zeit des Feldhandballs war vorbei und er wurde hierfür nicht mehr genutzt. Kleinere Gruppen nutzen den Platz schon mal für gemütliche Nachmittage und Abende.
Am 30. April 1975, nach Fertigstellung des Bolzplatzes im Ort, wurden alle Kleinfeldspiele hier und die späteren Spiele in der Halle ausgetragen.
1986 wurde der TuS Siebengebirge überraschend von der Unteren Forstverwaltung mit der Kündigung des Platzes konfrontiert. Alles musste zurückgebaut und der natürlichen Umgebung angepasst werden. Die noch bestehenden Anlagen wie Tore und Fangnetze mussten abgebaut und die Umkleideräume abgerissen werden. Den Bauschutt hat die Stadt abtransportiert. Eine Epoche ist hier zu Ende gegangen, denn, wie schon geschrieben, immer wieder wurde der Platz gerne für gemütliche Nachmittage oder Abende genutzt.
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