Goldhochzeit von Wilhelm Thomas und Christina geb. Dreesbach

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1932

Goldhochzeit von Wilhelm Thomas und Christina geb. Dreesbach

In dem gesamten Verwandtschaftkreis Thomas gab es vier Schwestern, die im Orden der Franziskaner waren.
So schrieb damals die Zeitung:

Goldene Hochzeitsfeier in Heisterbacherrott 

Für die Bürgerschaft von Heisterbacherrott gestaltete sich die goldene Hochzeitsfeier der Eheleute Wilhelm Thomas und Frau aus dem Oberdorf zu einem wirklich schönen Volksfest. Um die Ausschmückung des Dorfes, des Hauses, sowie der Kirche hatten sich viele fleißige Hände bemüht und dafür Sorge getragen. Einen ganz prächtigen Anblick bot das Oberdorf, wundervoll geschmückt mit Kränzen und Triumphbogen aus frischem Tannengrün, mit Blumen und wehenden Fahnen. Bis zum Gotteshause hin hatten liebevolle, emsige Hände auch für die äußerlichen Anzeichen eines besonderen Festtages gesorgt. So blieb es denn auch nicht aus, dass der Himmel alle die aufgewendeten Mühen der Bürgerschaft, die sich diese für diesen Tag besonders gemacht hatten, mit freundlichem Wetter belohnte. Schon am Vorabend  des goldenen Hochzeitstages hatte sich die große Familie des Jubelpaares im Elternhaus eingefunden. Zwei Töchter des Jubelpaares, die als Missionsschwestern dem Orden des hl. Franziskus dienen, nahmen ebenfalls an dem Ehrentag ihrer Eltern teil. Der Familienkreis des Jubelpaares gewann solchen Umfang, dass vor dem Hause ein Zelt aufgeschlagen werden musste, um all die verwandtschaftlichen Gäste auch beherbergen und bewirten zu können. Das ist jedenfalls ein Zeichen von schönem, einmütigem Familiensinn.
Am Sonntagmorgen in der Frühe wurde das goldene Jubelpaar von der gesamten Bürgerschaft von seinem Hause aus zur Kirche geleitet. Unter Glockengeläute und festlichen Musikklängen begab sich der Hochzeitszug zum Gotteshause, dessen geschmückte Pforten die Hochzeitsgäste und frommen Beter aufnahmen. Der Kirchenchor verschönerte unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Lehrer Willnecker, das festliche Hochamt mit der zweistimmigen Muttergottesmesse von Wiltberger. Herr A. Thomas aus Wiese spielte zum Offertorium als Einlage das Geigensolo „Ave Maria“ von Bach, welches er formvollendet zu Gehör brachte. Anstelle des beurlaubten Herrn Recktor Helten hielt der hochwürdige Dominikanerpater Killian die Festansprache. Im Namen der Pfarrgemeinde ehrte und beglückwünschte er das Jubelpaar in bewegten Worten. Nach Beendigung der kirchlichen Feier begab sich der Festzug wieder zurück zum Wohnhause der goldenen Brautleute.

Der Höhepunkt aller Festlichkeiten wurde am Abend in der offiziellen Festfeier erreicht, an der Bürgermeister Nücker, die Gemeindevertretung, die Ortsvereine mit Fahnen, die Lehrerschaft mit den Schulkindern und die Bürgerschaft teilnahmen. Gegen 8 Uhr am Abend versammelten sich die Schulkinder, die Ortsvereine und die Bürgerschaft auf dem Schulhofe und nahmen hier Aufstellung zum Fackelzug. Dieser bergab sich das Tambourkorps der Freiw. Feuerwehr voran zum Hause des Jubelpaares. Hier angekommen, begrüßte der M.G.V. “Gemütlichkeit“ das goldene Brautpaar mit dem schönen Chor „Froh soll unser Lied erschallen“. Bei Feuerwerk und wundervoller bengalischer Beleuchtung brachten die Sänger ein musikalisches “Hoch“ auf das goldene Jubelpaar aus. Dieses wurde dann anschließend mit seiner ganzen Familie unter den Klängen der Musikkapelle zur Festfeier im Saale des Herrn Chr. Lehmacher geführt. Hier war zum Empfang der vielen Gäste, der Feier entsprechend, alles auf das Beste vorbereitet. In der Mitte des  festlich geschmückten großen Saales, der die vielen Menschen kaum fassen konnte, prangte die goldene 50. Mit dem Musikstück wurde die Feier eröffnet. Schulkinder, Knaben und Mädchen, trugen sehr sinnvolle Gedichte vor. Der M.G.V. Gemütlichkeit erfreute mit schönen Chorliedern. Herr Bürgermeister Nücker hielt an das goldene Jubelpaar eine herrliche Ansprache. Einleitend führt er aus, dass die außerordentlich große Beteiligung der Bürgerschaft an dem goldenen Festtage ein Beweis sei für die große Liebe und Verehrung die dem goldenen Jubelpaare dargebracht würde. Es sei ihm eine ganz besondere Freude, dem Jubelpaare in Namen der Gemeinde, des Gemeindevorstehers, des Gemeinderates und auch persönlich die herzlichsten Glück- und Segenswünsche zu entbieten. Er (Bürgermeister) überbringe die Glück- und Segenswünsche in der zuversichtlichen Hoffnung, dass dem Jubelpaare im Kreise der Familie noch recht viele Jahre in bester Gesundheit und Zufriedenheit beschieden sein mögen. Gleichzeitig übermittelte der Bürgermeister auch die Glück- und Segenswünsche des Herrn Landrats, überreichte dem Jubelpaare ein Ehrengeschenk und schloss seine herzliche Ansprache mit einem dreifachen “Hoch“ auf das Jubelpaar.

Nach der Festrede überraschten Schulkinder mit sehr schönen, kleinen humoristischen Aufführungen und überreichten dem Jubelpaar Blumen und andere Gaben. Der stellvertretende Gemeindevorsteher Herr Henseler überreichte dem Jubelpaar im Namen der Gemeinde und der Bürgerschaft zwei prachtvolle Sessel. Er führte aus, dass hoffentlich das Geschenk das Jubelpaar erfreuen und dieses dazu benutzen würde, darin nach getaner Arbeit von des Tages Mühen auszuruhen. Zum Schluss seiner Worte wünschte er dem Jubelpaare Wohlergehen, Gesundheit und einen langen schönen Lebensabend im Kreise seiner Familie. Großer Beifall fand der schneidige Aufmarsch des Turnvereins Siebengebirge, der unter der Leitung des Herrn Adolf Sains ganz Hervorragendes an turnerischen Übungen, Aufbau und Pyramiden bot. Der Junggesellenverein Frohsinn ehrte das Jubelpaar mit dem Fahnenschwenken, das Herr Peter Wasser sehr exakt ausführte. Schulkinder brachten wieder Gedichte zum Vortrag, sowie die Aufführung  der „Wallfahrt nach Kevelaer“.  

Quelle
Familie Thomas
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
Räume & Galerien
Besondere Ereignisse
Aufrufe
455

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.