Pfingsteiersammeln in Thomasberg-Gronewald

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1970

Pfingsteiersammeln in Thomasberg-Gronewald

Über Jahre war es in Thomasberg als auch in Heisterbacherrott ein alter Brauch, dass in der Woche vor Pfingsten die Junggesellen durch den Ort zogen und Eier sammelten.
Hier ist es eine Gruppe aus dem Ortsteil Thomasberg-Gronewald, die nur in ihrem Ortsteil Eier sammelte. Da es damals in diesem Ortsteil zu wenig Junggesellen gab, mussten einige "gestandene Ehemänner" als Verstärkung einspringen.

Einer der Beteiligten kann sich noch gut an den Text des Pfingsteierliedes erinnern, welches vor jeder Haustür zum Besten gegeben wurde.

Pfingsteierlied (für den Ortsteil Thomasberg-Busch)

Kumme he en dössen Hoff,
Flier` um des Mädelein,
Schläft die Alte, weck se doch,
Rosen, Nelken, Blümelein,
sen me net jet Junge fein,
alles muss verzehret sein.

Dat Huus, dat steht op Muhre,
Flier` um des Mädelein,
he wonne riche Bure,
Rosen, Nelken, Blümelein,
sen me net jet Junge fein,
alles muss verzehret sein.

Klemmt es op den Heustall,
Flier` um des Mädelein,
do lijen die Eier överall,
Rosen, Nelken, Blümelein,
sen me net jet Junge fein,
alles muss verzehret sein.

Die Frau, die hätt e paar wieße Been,
Flier` um des Mädelein,
die jlänzen wie Karfunkelsteen,
Rosen, Nelken, Blümelein,
sen me net jet Junge fein,
alles muss verzehret sein.

Mir don us och bedanke,
Flier` um des Mädelein,
mir don us och net zanke,
Rosen, Nelken, Blümelein,
sen me net jet Junge fein,
alles muss verzehret sein.


Wenn die Tür nicht geöffnet wurde:

Dat Huus, dat steht op Stippe,
Flier` um des Mädelein,
der Düvel sull et wippe,
Rosen, Nelken, Blümelein,
sen me net jet Junge fein,
alles muss verzehret sein.


Text mitgeteilt von Paul Dahm, Thomasberg-Busch, im Juli 2012

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Friedrich Müller/Winfried Görres
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