Aufnahme: 1973

Echte Zigeunerromantik rund um den Marktplatz

"Es war eine nicht alltägliche Schau, die kürzlich vor dem Königswinterer Rathaus abgezogen wurde. Die Pfadfinderinnen der Gruppe Gut Buschhof unter der Leitung von Cornelia Vielain und Christine Mosch waren mit 'Sack und Pack' angerückt, und hatten vor dem Rathausplatz ein Zigeunerlager aufgeschlagen.

Für zwei Tage erlebte der Platz um den Brunnen 'echte' Zigeunerromantik: an Verkaufsständen wurden Waren feilgeboten, es gab Zigeunertänze, Musik und als Attraktion für die Kinder ein Ponyreiten. Alles zugunsten der 'Aktion Sorgenkind'.

Die Pfadfinderinnen des Gutes Buschhof — die Gruppe wurde erst im April dieses Jahres gegründet — traten praktisch zum ersten Male an die Öffentlichkeit und hatten gleich Erfolg in einer guten Sache: Als es Montagnachmittag zum 'Kassensturz' kam, ergab sich ein Reingewinn von genau 1052,— DM, die nun dem vorgesehenen Zweck zugeführt werden.

Viele Wochen hatten sich die Mädchen damit beschäftigt, diesen Basar und das Zigeunerprogramm vorzubereiten. An den Heimabenden wurde gebastelt. Man fertigte Schmuckstücke, Kettchen, kleine Anhänger aus Ton, Emailleschmuck, Batik- und Steinarbeiten. Die Pfadfinderinnen probten Lieder und Tänze und schließlich zog man mit den Ponys zu Tal.

Nicht nur viele Königswinterer, auch der an diesem Wochenende wieder reichliche Fremdenstrom in der Drachenfelsstadt wurde von der adretten Zigeunergruppe angezogen. Besonderen Spaß hatten die Kinder, die, von Zigeunermädchen geführt, auf den Pferdchen ihre Runden drehen durften. Die Besucher des Zigeunerlagers erfreuten sich an flotten Tänzen in schmucker Zigeunertracht."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 36 vom 7. September 1973
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper
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