Aufnahme: 1950
60 Jahre Imker aus Liebhaberei
Mit zwei Korbvölkern begann er - Das beste Honigjahr war 1904
Wiese. Noch viele Stunden am Tag arbeitet der alte Opa Moll in der Reparaturwerkstatt seines Sohnes. Dort traf ihn auch der „Rundschau"-Berichter, der den unfreiwilligen Aufenthalt während einer Motorradreparatur dazu benutzte, sich von dem noch rüstigen Achtzigjährigen einiges erzählen zu lassen. Das Hauptgesprächsthema waren seine Bienen, die bei dem warmen Wetter dieser Woche erstmalig ausgeflogen waren.
Mit zwanzig Jahren hat Herr Moll zum erstenmal Bienen gehalten. In diesem Jahr kann er also auf 60 Jahre Imkertätigkeit zurückblicken. Er ist der einzige noch lebende Mitbegründer des Bienenzuchtvereins Oberpleis, der im Jahre 1896 auf Anregung des damaligen Lehrers Schonauer, eines im ganzen Siebengebirge bekannten Naturliebhabers, gegründet wurde. Mit zwei Korbvölkern hat Herr Moll angefangen, später hielt er meist zwischen 15 und 20, jetzt hat er noch sechs. „Un su lang ich levve, will ich dat bedrieve. Ohne Biene jeht et nit", sagt er.
Als das beste Honigjahr erinnert er sich an 1904, wo er von sechs Stöcken 198 Pfund Honig geschleudert hat. Mit mehr Stöcken hat er in anderen Jahren auch schon über 200 Pfund geschleudert. Einen Teil des Honigs gibt er an die Nachbarschaft ab. Einen großen Teil aber verbraucht er selbst. Denn keinen Tag lebt er ohne diesen süßen Brotaufstrich, der ihm lieber ist als Schinken, den er doch nicht beißen kann.
Für das kommende Honigjahr, sein Jubiläumsjahr, wünscht ihm die „Rundschau" einen guten Ertrag und viel Freude bei seinen Bienen.
unten: Foto des Zeitungsartikels von ca. 1950
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