Aufnahme: 2008

Petrusbildstock am Weiher in Heisterbacherrott

Beschreibung zum Bildstock. 

Der in Stein gemeißelte Text besagt, dass die Eheleute Schonauer diesen Bildstock errichten ließen.

Im Jahr 1759 erklärten die Äbtissin und der Kapitular des Stifts Schwarz-Rheindorf in einem Schreiben, dass Peter Schonauer in die Pacht eintreten könne, wenn er die älteste Tochter von Peter Hoitz und seiner Frau Anna Katharina, geborene Sassenberg aus Oberpleis, heiraten würde und die Stifterbedingungen erfüllen würde.

Das Pachtverhältnis zwischen dem Stift Schwarz-Rheindorf und Petrus Schonauer begann vorzeitig schon 1759/60. Geheiratet haben Peter Schonauer und die Tochter Odilia Margaretha Hoitz aber erst am 29. Februar 1764, nach Ablauf des eigentlichen Pachtvertrages von Peter Hoitz.

Peter Schonauer war der Landwirtschaftssohn von Adolf Schonauer und stammte aus der Pfarrei Geistingen.

Die „Freierei“ wurde von der Äbtissin des Stifts Schwarz-Rheindorf sehr genau beobachtet, denn sie hatte großes Interesse, dass der Stiftshof von einem tüchtigen Landwirt als Pächter geführt wurde und damit erhalten blieb. Hinzu kam, dass der Hof ja auch schon in der dritten Generation in der Pacht der Familie Hoitz war und bisher von diesen Familien wie ein Eigenhof verwaltet und bewirtschaftet wurde.

Nach einem Pachtvertrag mit Wilhelm Contzen 1642 folgten im Anschluss die Pächter Johann Hoitz, Johann Friederich Hoitz, Petrus Hoitz, Peter Schonauer und zum Schluss Clemens Schonauer. 

Clemens Schonauer, Sohn von Peter und Odilia Schonauer führte als letzter Pächter den Fronhof vom 01. Januar 1812  bis zum Verkauf 1820.

Der in den Stein geschlagene Text lautet:

petrVs sChoneVVer oDILIa Margaretha hoItz eheLVt haben zV gottes ehr aVf Ihre eIgene Kösten es aVfgesteLt.

PETRUS SCHONEVVER ODILIA HOITZ EHELEUTE HABEN ZU GOTTES EHR AUF IHRE EIGENE KÖSTEN ES AUFGESTELT.(Schonevver = Schonauer)

Zählt man die groß geschrieben Buchstaben als römische Zahlen zusammen, so kommt man auf das Jahr 1790
V +   C +  V + V +  D   +  I +  L  + I +   M +   I +  L  +  V + V + V + I + I +  V + L = (1790)
5 + 100 + 5 + 5 + 500 + 1 + 50 + 1 + 1000 +I + 50 + 5 + 5 + 5 + 1 + I +  5 +50 = (1790)

Die sich aus dem Original- aber beschädigten Stein, ergebene Jahreszahl 1739 ergibt keinen Sinn, da zu diesem Zeitpunkt beide noch nicht verehelicht waren.

1790, zu diesem Zeitpunkt standen beide im Zenit ihres Lebens. Als Tag des Ehestandes vermerkt das Trauregister den 29. Februar 1769.

Petrus Schonauer zu diesem Zeitpunkt 61 Jahre und seine Ehefrau Odilia 48 Jahre alt, 8 Kinder sind ihnen geboren, 2 davon im Kindbett gestorben und 6 Kinder hatten sie groß gezogen. 

Anfang der 1970er Jahre wurde die Holzbüste gestohlen und war nicht mehr auffindbar.

Der in dieser Zeit amtierende Bürgermeister Günther Hank kannte jemanden, der Schnitzarbeiten durchführte. Er ließ eine neue Petrusbüste anfertigen. In späteren Jahren ist dann diese Holzbüste wieder entwendet worden, aber wiedergefunden worden, nur die Nase war bei dieser Aktion ausgebrochen.

Der ursprüngliche Petrusbildstock ist 1975 durch einen alten Kastanienbaum, der durch Sturm zu Fall gebracht wurde, zertrümmert worden.

1994 wurde der Bildstock als auch die Petrusbüste im Auftrage des Heimatvereins Heisterbacherrott unter dem Vorsitz von Wolfgang Krämer überarbeitet.
Außer einem neuen Anstrich wurde als Schutz gegen Witterungseinflüsse von oben eine Abdeckung des Bildstockes aus Kupfer erstellt und eine Schutzscheibe gegen Beschmierung der Petrusbüste angebracht.

Quelle
Fotograf Winfried Görres
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller/Winfried Görres Verbindung zum Wegkreuz Nikolauskapelle: Hier klicken
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