Aufnahme: 1921

Der Thomasberger Kriegerverein vor dem ersten Kriegerdenkmal Ecke Obere Straße - Mettelsiefen

Der Thomasberger Kriegerverein, der sich im September 1888 unter dem Namen
"Kameradenverein Kuxenberg" gebildet und zwei Jahre später unter dem Vorsitz von
Ferdinand Bellinghausen 53 Mitglieder hatte, aber noch keine Fahne, und der dem
"Deutschen Kriegerbund" angehörte, dieser Verein besteht nicht mehr. Er würde wohl auch
nicht mehr in die Landschaft passen, doch seine Geschichte, die des zweit- oder drittältesten
Vereins auf der Strüch, wäre ein passendes Mosaikstück für das Bild von der Strüch aus
Groß- und Urgroßväterzeiten. Darum ist es schade, daß offenbar keiner mehr weiß, wo das
alte Protokollbuch dieses Vereins zu finden ist, das noch Jahre nach dem Krieg beim
Wicharz Pitter gelegen hat und in das seinerzeit Mitglieder des Tambourcorps und des
Gesangvereins in ihren Probenpausen schon mal hineingeschaut und sich über die alten
Eintragungen köstlich amüsiert haben.

Jetzt müssen wir halt vorlieb nehmen mit dem, was sich aus spärlichen Unterlagen im
Stadtarchiv - Akte 705 - und in einigen anderen Quellen herausfischen läßt. Hieraus wissen
wir, daß schon in dem 1867 gegründeten Oberpleiser Kriegerverein Strücher, die im
preußischen Heer gedient hatten und daher die satzungsmäßigen Voraussetzungen
mitbrachten, Mitglied waren, dort sogar Vorsitzende stellten, so 1868 Wilhelm
Bellinghausen von Bellinghauserhohn und 1870 Theodor Raths aus Thomasberg.

Der Verein trat insbesondere an Heldengedenktagen in Erscheinung, im Gleichschritt und
mit geschultertem Spazierstock hinter der Musikkapelle her zum Kriegerdenkmal
marschierend und dort in strammer Haltung posierend. Die im Protokollbuch gefundenen
Eintragungen, an die man sich noch erinnert, lassen darauf schließen, daß der Kriegerverein
vor dem ersten Weltkrieg eine Art Tambourcorps besaß, denn dort war von den
"Knüppelchensjungen" (Trommlern) die Rede. Ohne militärisches Tschingderassabum, bei
dem die Spazierstöcke und Regenschirme zum Präsentieren automatisch hochflogen und
stramme Haltung kam, wäre es auch kein Kriegerverein gewesen.

Am 10.02.1895 bot der "Kameradschaftliche Verein Kuxenberg", wie er sich jetzt nannte,
dem Amtsbürgermeister Heuser die Ehrenmitgliedschaft an. Das Schreiben hatten der
Vorsitzende Matth. Winterscheid, der Schriftführer Peter Moitzfeld und der Kassierer Peter
Bellinghausen unterschrieben. Ob Heuser angenommen hat, gibt die Akte nicht her.
In einem halbamtlichen Adreßbuch aus dem Jahr 1900 ist der Kameradenverein Kuxenberg
mit dem Vorsitzenden Matth. Winterscheid, Kuxenberg, eingetragen. Daß der
Kameradenverein das Kriegerdenkmal am Bennerter Dreieck in seiner Obhut hatte, belegen
Quittungen, mit denen der Verein den Erhalt von Spenden vom MGV für Denkmalpflege
und für Kränze und Feuerwerk zum "Volksgedenktag" bescheinigte. Am 10.10.1926
quittierte Peter Weber als Vorsitzender, in den Folgejahren S. Hüllen als "Cassierer". Ab
1932 ist mit "Heinrich Weiß" unterschrieben. Am 21.02.1932 steht auf dem Quittungszettel
"Zur Beleuchtung des Denkmals" und "Ersatz für Trommelfell" (zusammen 2 Mark). Das
deutet darauf, daß man entweder selbst Trommler hatte oder mit dem Tambourcorps
kooperierte.

Dann finden wir noch einen Beleg in einer amtlichen Bekanntmachung aus dem Jahr 1940
(enthalten in der Postchronik von August Heinen, jetzt im Siebengebirgsmuseum). Dort
steht unter Rubrik für Örtliche Vereine: "NS-Kriegskameradschaft Thomasberg, K. F. Mich.
Schild, Sonderbusch".
Schade, daß wir nicht mehr wissen.

Quelle
Willi Schmidt: "Die Strüch eine Chronik von Thomasberg" Seiten 85 - 86 s. unter Schriften
Zur Verfügung gestellt von
Walter Weber
Räume & Galerien
Denkmäler Vereine Thomasberg
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