Aufnahme: 1905
Die Anfänge der Familie Raths in Thomasberg
Wie im Ortsfamilienbuch Oberpleis von Bernhard Gast nachzulesen ist, heiratete ein gewisser Theodor Raths – um 1750 im Nachbarort Boseroth geboren – am 6. Juli 1773 eine Margarethe Meurer. In der Schrift "Die Strüch" von Willi Schmidt ist zu erfahren, dass Theodor Raths sein Haus in Thomasberg/Mettelsiefen, welches er nach seinem Umzug vom Geburtsort Boseroth nach Mettelsiefen eine Zeit lang bewohnt hatte, 1799 an Christian Schonauer, einen Sohn des Fronhofpächters Peter Schonauer, verkaufte. Es handelte sich um das alte "Belle-Mattes-Haus" (Baustoffe Weber), wie Willi Schmidt in seiner Schrift berichtet und wobei er sich diesbezüglich auf alte Aufzeichnungen beruft, die Frau Symnofsky, Ehefrau des langjährigen Thomasberger Hauptlehrers, vorlagen. Auf dem unteren Bild (gemalt vom Malermeister Wilhelm Klasen aus Kuxenberg) ist das besagte Haus zum Anfang der 1960er Jahre links neben dem Saal der Gaststätte zu sehen.
In den folgenden 50 Jahren muss dann das Gasthaus mit Saal (Foto oben) gleich neben dem verkauften Haus errichtet worden sein. Laut mündlicher Überlieferung von Maria Raths (geb. 1904) wurde von der Familie ihres Urgroßvaters Johann Raths (geb. 1781) das Gasthaus und ein landwirtschaftlicher Hof geführt und 1854 zusätzlich ein Verkaufsladen eröffnet, in dem es alles gab: Kurzwaren, Stoffe, Peitschen, Lebensmittel, Pfeifen, Lampen, Petroleum, Getränke und noch vieles mehr. Da es der einzige Laden im Umkreis war, kamen sogar Leute aus Ittenbach hier zum Einkaufen.
Eine weitere Einnahmequelle war für die Familie Raths der Verleih von zwei großen Tanzzelten für Kirchweihfeste. Auch der an die Gaststätte angrenzende Saal brachte Geld in die Familienkasse. Von 1865 bis 1883 wurde er an die Gemeinde Oberpleis als Schulraum verpachtet (siehe Link unten "Schule in der Gaststätte Raths").
Nach dem Tod von Johann Raths im Jahre 1860 hat wahrscheinlich sein jüngster Sohn, Theodor Raths (geb. 1822), das Gasthaus geführt. In der Gründungsurkunde des Thomasberger Gesangvereins von 1867 wurde im § 13 das Vereinslokal festgelegt. Es sollte "im Hause des Gastwirthen Theod. Raths" sein. Als er im Jahre 1876 starb, war sein ältestes Kind erst 11 Jahre alt, so dass die Gaststätte dann von seinem Bruder Christian Raths (geb. 1819) und von dessen direkten Nachkommen weitergeführt wurde.
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