Moseltour des RC-Palm vom 8. bis 10. Mai 1986

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Aufnahme: 1986

Moseltour des RC-Palm vom 8. bis 10. Mai 1986

Ein etwas anderer Radtourbericht - in Gedichtform

Es ist bekannt und nicht mehr neu, man bleibt dem alten Grundsatz treu,
wer nur zu Hause sitzt und gafft, sieht seine Muskeln bald erschlafft.
Das Mehrgewicht ist eine Plage, man traut sich nicht mehr auf die Waage.
Der Nacken zwickt, die Taille spannt, man passt nicht mehr in sein Gewand.
Drum haben viele unverdrossen, dem RC-Palm sich angeschlossen.
Man treibt ein bisschen Fahrradsport, ein paar fahrn langsam, andre flott.
Gemeinsam startet immer man, zusammen kommt man selten an.
Trotz allem findet jedes Jahr, 'ne Radtour statt, das ist doch klar.
Zu Himmelfahrt der Startschuss fiel, das Moseltal war unser Ziel.
Mit neuem Hemd kommt neuer Schwung, man fühlt sich fit, man fühlt sich jung.
Der Manfred hat sie uns vermittelt und mit Reklame auch betitelt.
Am Rücken die Versicherung, gibt vorn der RC-Palm uns Schwung.
Nur Reiner war etwas verklemmt, verzichtete aufs neue Hemd.
Herr Lichtenberg der hatte zwar an das neue Hemd, doch unter einer Jacke versteckte er's dezent.
Er musste sich so stark verkleiden, sonst könnte seine Dickmilch leiden.
Der Manfred Thomas dieses Jahr, aufs Radfahrn nicht versessen war.
Von Boris Becker angesteckt, wurde sein Ehrgeiz neu erweckt.
Statt mit dem RC-Palm zu flitzen, wollt er auf dem Rasen schwitzen.
Fürs Trikot Manfred danken Dir, mit dreifach dickem Hammer wir.
Der Alfred Berg blieb auch zurück, nach Irland richtet sich sein Blick.
Statt radeln mit dem RC-Palm, fängt er Forelle, Hecht und Salm.
Der Meniskus wie Ihr wisst, zum Radfahrn unverzichtbar ist.
Der eine kann sein Knie gut drücken, der andre schreit vor Schmerz beim Bücken.
Wird es durch Gips am End nicht besser, muss letztlich er doch unters Messer.
Hans Wolf der musst in diesem Jahr, darunter leiden, das ist wahr.
Statt selbst zu fahrn mit heißen Reifen,  sollt als Betreuer er jetzt reisen.
Er kaufte ein wie eine Mutter, Getränke, Obst und Traubenzucker.
Doch kommt es anders als man denkt, das Schicksal unsre Bahnen lenkt.
Die alte Küche musste weichen, sie tat für uns Gourmets nicht reichen.
Ne neue wurd bei Palms montiert, die hat Anette arg schockiert.
Frau Wolf war außer Rand und Band, die Technik hat sie überrannt.
Der Hans blieb da, hielt Ihre Hand, statt mitzufahrn ins Moselland.
So musste wie in alten Zeiten, der Bernd die große Tour begleiten.
Er tat dies fehlerlos verrichten, auf ihn war schwerlich zu verzichten.
Wir danken dafür ohne Jammer, mit einem dreifach Dicken Hammer.
Doch sollten wir indessen, auch Diethelm Rothe nicht vergessen,
der uns seit Jahren schon begleitet und den Begleitbus vorbereitet.
Er sorgt mit Kamera und Schwung, für sichtbare Erinnerung.
Die Fahrt zum Start war schnell geschafft, von jetzt ab ging's per Muskelkraft.
Konnt mancher sich nicht vorbereiten, so musst er auf dem Zahnfleisch reiten.
Schon nahm das Schicksal seinen Lauf, vom Start weg ging es gleich bergauf.
Da musst ein starkes Frühstück her, doch das gestaltet sich heut schwer.
Das vorbestellte Restaurant, war leider wieder abgebrannt.
Der Bernd jedoch, der war nicht dumm, er braust in Jünkerath herum,
und hat so lange sich gemartert, bis er ein Restaurant gechartert.
Indessen unser Diethelm Rothe, im Städtchen allen Metzgern drohte,
er würde alle sie vernichten, wenn sie uns nicht das Frühstück richten.
Mit vollem Bauch und ohne Zorn, ging es nun nach Birresborn.
In Mürlenbach kehrn wir dann ein, bei Herbert Schwippers Tanta Klein.
Amanda heißt die nette Dame, Sie spendiert Kaffee mit Sahne.
Doch auf die Frage von dem Bernd, ob sie verwandt, vielleicht entfernt,
mit seiner Kinder Großpapa, da stand Sie ganz erschrocken da
und gleich brach es aus ihr heraus: Kamelle Klein, oh Gott, oh Graus.
Der Kaffee lag noch gut im Magen, da ging es schwer uns an den Kragen.
In Kyllburg wollten wir gut speisen, das sollte schwierig sich erweisen,
denn vor dem lang ersehnten Essen, mussten wir die Kräfte messen.
Ein Berg von mindestens 10 Prozent, hat uns die Planung noch vergönnt.
Nur drei bis vier warn in der Lage, ihn zu bezwingen an diesem Tage.
Auch ich hab heute ungeniert, mein Rädchen an der Hand geführt.
Doch vor dem Gasthaus Drockenmüller, erwartet uns ein neuer Knüller.
Um einen kleinen Berg zu sparen, wollt man entlang der Kyll nun fahren.
Am Anfang Waldweg wunderbar, doch frage nicht, was dann geschah.
Tiefe Rillen, dicke Steine, Eisenbahnen, schwere Beine,
Schmerzen in den Handgelenken, nur nicht an das Sitzfleisch denken.
Rauf und runter ging die Piste, dass man fast den Boden küsste.
Querfeldein das war dagegen, für die Radler wohl ein Segen.
Doch mit Energie und Kraft, wurde dieses Stück geschafft.
Man sucht 'ne Pfütze zu erwischen, um sein Fahrrad zu erfrischen.
Dann 6 Meilen vor dem Ziel, war's den meisten doch zu viel.
Eine Pause war vonnöten, denn die Kondition war flöten.
Als die Knie uns völlig weich, fand man ein Restaurant in Schweich.
Das Lokal war vehement, und die Preise warn horrend.
Der Günter wollte Apfelkuchen, mit Sahne heute mal versuchen.
Die Sahne schmeckte wunderbar, der Kuchen tiefgefroren war.
Die Kellnerin war nicht erbaut, hat ihm den Kuchen aufgetaut,
den Kuchen sah er nicht so bald,  indessen war der Kaffee kalt.
Der Josi hatte Appetit auf Schnecken, doch konnt er keinen Toast entdecken.
Als nun das Brot am Tisch gelandet, da warn die Schnecken längst gestrandet.
Nun fehlten noch 12 Kilometer, ganz tief das Leistungsbarometer,
80 Meilen warn es nur, 6 Stunden dauert die Tortur.
Bei einem Schnitt von 22, da wurde uns der Hintern ranzig.
Das Örtchen Schleich war kaum bekannt, ein Glück, dass man es trotzdem fand.
Auch's Badewasser blieb heut aus, denn Karo einfach war das Haus.
Es isst ein jeder auf der Welt, Gott sei Dank, was ihm gefällt.
Geschmäcker sind nun mal nicht gleich, das klopft so manchen Kellner weich.
Manch einer mag gebratnen Fisch, der andre Spritzgebäck, ganz frisch.
Kaum steht das Essen auf dem Tisch, da brüllt der Erich fürchterlich:
he Kellnerin, du Süße, ich brauch noch mehr Gemüse.
Nach ein paar Bissen tat er klagen, die Augen größer als der Magen,
er fragt ob jemand Hunger hat, Gemüse hat er nämlich satt.
In dem Gasthaus Drockenmüller, da gab es den großen Knüller.
Es kommt die Kellnerin gerannt, Herr Thomas wird am Draht verlangt.
Den Erich reißt es von den Sitzen, zum Telefon sieht man ihn flitzen,
am Weg dorthin hört man ihn schrein: Herr Thomas, das kann ich nur sein.
Einige von uns die sind, tagsüber mit dem Mund geschwind,
doch nachts bemühen sie sich dann, dass man in Ruhe schlafen kann.
Andere jedoch am Tage sind für die Freunde keine Plage,
sie verhalten auf der Reise, sich immer rücksichtsvoll und leise.
Diese jedoch rächen sich, nachts dafür ganz fürchterlich.
Ist der Mund tagsüber träge, klingt nachts er wie 'ne Kettensäge.
In Nummer 5 da wohnte einer, der konnte es so gut wie keiner.
Als unser Käpt‘n heimwärts zog, sich dort die Türe glatt verbog.
Der Heinz, der braucht sich nicht zu legen, um seine Zäpfchen zu bewegen.
Kaum sitzt im Bett er auf der Spalte, singt er: ein Männlein sägt im Walde.
Am Freitagmorgen ging es dann, zuerst mal an die Räder ran.
Die waren voller Eifelschmutz, als hätt man sie noch nie geputzt.
Dann machten wir uns auf die Socken, die Schuhe waren noch nicht trocken.
Der Lurenz ließ sich gar nicht blicken, das tat auch aufs Gemüt uns drücken.
Entgegen seinem Naturell, war darum auch der Reiner auf dieser Tour ganz still.
Jetzt kam der schönste Teil der Tour, entlang der Mosel ging es nur.
Nach Klüsserath und Trittenheim, fuhrn wir in Traben-Trarbach ein.
Dort gab es eine Mittagspause, in einer angenehmen Klause.
Das Menu war ganz passabel, die Kellnerinnen ohne Tadel,
sie hatten jedoch nichts zu lachen, denn ihre Chefin war ein Drachen.
So zart wie ein Reh, mit Spitzen aus Brüssel, oder wie heißt das Tier mit dem Rüssel?
In Ellenz dann gab's keine Torten, sondern Wein bei Rudolf Porten.
Wir probierten viele Sorten, süffig, leicht und auch sehr trocken.
In dieser Zeit rauchte der Sohn, die fünfte Zigarette schon.
Zum heutigen Etappenziel, in Treis-Karden fehlt nicht viel.
Ne knappe Stunde volles Rohr, ein paar von uns die preschten vor.
Mit letzter Kraft erreicht sodann, man heut das Hotel Ostermann.
Dort gab es Schwimmen, Tennis, Saunen, der Drockenmüller würde staunen.
Man konnt zu angenehmen Preisen, von Fisch bis Wild nach Herzen speisen.
Auch der morgendliche Snack, war nach unserem Geschmack.
Knusperbrötchen, Joghurt, Schinken, dann gab es noch Sekt zu trinken.
Dieser wurde ungeniert, von unserm Theo heut spendiert,
weil er just an diesem Tag, zufällig hatte Geburtstag.
Dafür gab's vom Fahrradclub, Blumen und 'nen Händedruck.
Eigentlich war vorgesehn, dass Kerzen auf dem Tische stehn,
doch war der Tisch dafür zu klein, denn 44 mussten's sein.
Auch wollte man dadurch vermeiden, dass sich die schlaffen Lungen weiten,
sonst hätte er am Morgen schon, von uns die beste Kondition.
Der letzte Tag verlief ganz bieder, nur einige die packt es wieder,
sie hatten ab und zu Beschwerden und wollten immer erster werden.
Dabei war auch ein neuer Mann, der zeigte, dass auch er es kann.
Er hatte Füße wie ein Kasten und tat auf seinem Fahrrad asten,
als wollt dasselbe er zersägen, so tat er sich ins Zeug rein legen.
Seine Kondition war bestens, nur, auf Skiern macht er sicher 'ne bessere Figur.
Wie er wohl heißt, wollt ihr mich fragen? Erich Kochenbach sein Name und gut zu ertragen.
Von meinen Versen ganz besessen, hab ich den Senior ganz vergessen.
Trotz seiner fortgeschrittnen Jugend, macht er das Radeln sich zur Tugend.
Es sollt sich mancher an ihm messen, der halb so fleißig aufgesessen.
Im Übrigen plant er nicht nur, die jüngst gefahrne Moseltour,
auch musst man in den letzten Jahren, dank ihm die steilsten Berge fahren.
Man braucht wie ihr wohl wisst, zum Radeln - auf bayrisch ausgedrückt - zwei Wadeln.
Ein solches starkes Exemplar, nach Sankt Kathrinen vor uns war.
Er hatte Waden wie ein Fass, beim Anblick wurde man ganz blass.
Als unsre Asse ihn passierten, bei ihm sich die Komplexe rührten,
er dachte sich, dass er wohl stand, stieg ab - und lag im Sand.
Die letzten Meilen fielen leicht, das Heimatziel war bald erreicht.
Nach Bowle, Trester, Moselweizen, könnt uns ein Bit vom Fass nur reizen,
Kopfsteinpflaster, Schotterstrecken, konnten dieses Jahr nicht schrecken.
Ohne Platten und Blessur, schafften wir die Moseltour.
Kam diesmal jemand nicht gut weg und fühlt sich gar getroffen,
so sollte er es mir verzeihn, das möchte ich wohl hoffen.
Und sollt er trotzdem böse sein, dann präge er sich dieses ein:
In deinen Adern fließt statt Blut, nur Dicke Milch, das ist nicht gut.

Foto oben: Start nach der zweiten Übernachtung am Hotel Ostermann in Treis-Karden
Foto unten: der RC-Palm das erste Mal mit den neu angeschafften einheitlichen Trikots

Zur Verfügung gestellt von
Karl-Josef Zens / Theo Härling (Fotos und Bericht)
Räume & Galerien
Gruppen Thomasberg
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