Parteigründung in Thomasberg

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1960

Parteigründung in Thomasberg

Die Partei, um die es sich hier handelt, war keine echte, sondern sie war eine Erfindung einer Gruppe der damaligen Junggesellen aus Thomasberg. Es war die sogenannte "Öckerotter Reichspartei", die etwa im Jahre 1960 gegründet wurde und bis 1963 Bestand hatte.

Am Anfang der Parteiversammlungen, die in unregelmäßigen Zeitabständen in den ehemaligen Gaststätten Palm, Weiler und Raths abgehalten wurden und bei denen sich mit der Zeit immer mehr Zuschauer aus Thomasberg sowie den umliegenden Orten einfanden, wurde das Parteilied gesungen. Den Vorsitz der Partei übernahm kurze Zeit nach der Gründung das einzige Mitglied, das sich aufgrund seines Familienstandes nicht mehr als Junggeselle bezeichnen konnte. Es war Heinrich Dörr, der auch bei den jährlich stattfindenden Neuwahlen die Parteiführung behielt. Jedoch war es dabei nicht ungewöhnlich, wenn der Wahlausgang per Hammelsprung entschieden werden musste.

Diese Partei hatte aber nicht nur einen 1. Vorsitzenden in ihren Reihen. Auch andere Posten wurden vergeben, um die zum Teil mit äußerstem Einsatz gerungen wurde. So gab es mit Hans Hiltafsky den 2. Parteivorsitzenden und mit Hans-Theo Oehm den Partei-Arzt. Zur Ministerriege gehörten die Junggesellen Günter Losem (Propaganda-Minister), Dietmar Schröder (Außenminister) und Bernd Otto (Löt-Minister).

Der "Propaganda-Minister" hatte sich dadurch ausgezeichnet, dass er das Parteilied eingeführt hatte. Bei der Wahl des "Außenministers" war die Namensgleichheit mit dem damaligen "echten" Außenminister entscheidend. Beim "Löt-Minister" waren die beruflichen Vorkenntnisse das entscheidende Kriterium, um dieses Amt zu bekleiden. Ein Posten, den Karl-Josef Zens inne hatte, ist noch zu erwähnen. Er fungierte als Pförtner des neuen Rathauses.

Zur Verfügung gestellt von
Herbert Losem
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