Aufnahme: 2002 (1)
30 Jahre „Kinderhaus" in Thomasberg mit Sommerfest
"Eine der ersten Kindergarteninitiativen, das Kinderhaus im Pützbungert in Thomasberg, feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Seit der Gründung haben mehr als 220 Familien die Geschicke des Kinderhauses gelenkt und mit ihrem Engagement geprägt. Über 320 Kinder haben Garten, Spielgeräte, pädagogisches Material und Erzieherinnen härtesten Belastungen unterzogen. Am 7. September wird nun in der Zeit von 14 bis 18 Uhr das Jubiläum zum Anlass genommen, ein Sommerfest zu feiern.
Anfang der 70er Jahre stritten sich die Stadtteile Thomasberg und Heisterbacherrott noch darüber, wer einen Kindergarten einrichten sollte. Immerhin waren 185 Kinder auf der Suche nach einer Betreuung. 'Jetzt helfen wir uns selbst!', sagten sich Kristina Arndt und Heidje Fischer und riefen am 7. März 1972 zur Gründung einer Elterninitiative 'Kindergarten' und somit zur Schaffung der ersten und damals einzigen Kindergartenplätze in Thomasberg/Heisterbacherrott auf - gegen die erklärten Vorstellungen des Schul- und Kulturausschusses in Königswinter.
Ihr Antrag, das alte Schulgebäude in Heisterbacherrott in einen Kindergarten umzubauen, wurde allerdings abgelehnt. Nach Gründung des Vereins 'Elterninitiative Kindergarten' und Anerkennung der Gemeinnützigkeit zog der Kindergarten im November 1972 in die ehemalige Pension Haus Thomas im Pützbungert ein. Im Dezember wurde mit 15 Kindern der provisorische Betrieb aufgenommen. Bereits im Januar 73 - der Verein war inzwischen Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) - besuchten 30 Kinder die Einrichtung und Zuschüsse zu den Eigenmitteln wurden von Land und Kreis gewährt - nur die Stadt Königswinter hielt sich damals noch abseits.
Auch wenn die freundliche und offene Atmosphäre von Haus und Personal und die Ruhe, Selbstverständlichkeit und Aufgeschlossenheit beim Umgang mit den Kindern schon die ersten Eltern begeisterte, waren doch auch Probleme erkennbar: ein befristeter Mietvertrag und Rechtsstreitigkeiten mit dem Vermieter. Doch mit dem Engagement der Eltern der Gründungszeit um Franz-Friedrich Rohmer, Ulrich Löbbert und vieler anderer wurde es geschafft, aus dem Dickicht von Urkunden, Verträgen und Zusatzvereinbarungen heraus als Kaufbewerber für Haus und Grundstück akzeptiert zu werden. 1979 ist das Haus für 250.000 DM in den Besitz des Vereins übergegangen, finanziert durch Land, Kreis und Elternschaft. Dabei wurde auch rechtlich abgesichert, dass das Grundstück erhalten und der Kindergartenbetrieb weitergeführt wird, falls dem Trägerverein des Kinderhauses die Stunde schlagen sollte.
Die fehlenden Kindergartenplätze in Thomasberg und Heisterbacherrott sind als Dauerthema auch am Kinderhaus nicht vorbeigegangen. Das Kreisjugendamt übte nicht unerheblichen Druck aus, eine weitere Gruppe einzurichten oder wenigstens die Verwaltung einer externen Gruppe zu übernehmen. Nach Gesprächen mit allen Kindergärten, die inzwischen am Ort bestehen, langen Gesprächen im Vorstand und mit den Erzieherinnen, hat sich die Elternschaft mit großer Mehrheit für die Weiterführung des bestehenden (eingruppigen) Kindergartenkonzepts entschieden.
30 Jahre, das ist mehr als alle 'Damaligen' sich in ihren kühnsten Träumen erhofft haben, und noch immer 'opfern' Mütter und Väter Abende und Wochenenden und bringen ihre unterschiedlichsten Fertigkeiten und Kenntnisse in die Elterninitiative ein, zum Wohle ihrer Kinder und zum Wohle der Gemeinschaft.
Rechtzeitig zum Jubiläum konnten auch die umfangreichen Sanierungs- und Verschönerungsarbeiten abgeschlossen werden, die alle Mitwirkenden im Kinderhaus auf Trab gehalten haben. Ein neues Gartenhaus, eine Nestschaukel, ein Weidentipi und ein Kletterhügel sind neue Anreize zum Spielen im Garten. Die Heizungsanlage wurde modernisiert und auf Gas umgestellt, der alte Öltank in einen Regenwasserspeicher umgewandelt.
Die sanitären Anlagen sind umgebaut und komplett modernisiert worden. Für dieses Projekt stellte das Kreisjugendamt 39.000 Euro zur Verfügung.
Aber auch die Gruppenräume wurden zum Geburtstag hergerichtet. Die Deckenkonstruktionen wurden erneuert und Elektrik und Beleuchtung wurden auf den neuesten Stand gebracht. Das riesige Spielehaus ist schnell zur Attraktion für die Kinder geworden.
Das Sommerfestprogramm beginnt am Samstag, 7. September, um 14.20 Uhr mit der Begrüßung durch die Vorsitzende der Elterninitiative Susanne Baier, um 14.30 Uhr Auftritt des Kinderchores des Kinderhauses, um 14.45 Uhr singt der Ökumenischer Kinderchor Heisterbacherrott, um 16.00 Uhr tritt Clown Jörg von der Circusschule 'Don Mehloni' auf. Desweiteren gibt es Kinderschminken, eine Hüpfburg und viele Spiele für die Kinder.
Während des Sommerfestes wird für einen Kindergarten (Elterninitiative) aus dem überschwemmten Sachsen gesammelt. Ein Teil des Erlöses aus den Verzehrbons wird auch für diesen Kindergarten bereitgestellt.
Im Kinderhaus wird die große Pinwand für die 'Erinnerungsstücke' der Gäste und ehemaligen Kinderhäusler vorbereitet."
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