Prinz Franz I. und Prinzessin Margot I.

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1964

Prinz Franz I. und Prinzessin Margot I.

In Heisterbacherrott am Stenzelberg regiert ein neues Prinzenpaar.

gst. Franz I. und seine leibliche Tochter Margot haben bei den „Ledderköppen" den närrischen Thron bestiegen. Der neue Prinz Franz Kuhl ist Verleger und betrachtet sich als Schrittmacher. Er will, dass die Neubürger nicht weiter abseits stehen, sondern auch beim Karneval künftig kräftig mitmischen.

Mit Jubel wurde das neue Prinzenpaar im Saal Lichtenberg von der Bürgerschaft empfangen. Dann stellte der Präsident des Festausschusses, Erich Krebs, die neuen Tollitäten von Heisterbacherrott vor. Keiner nahm es ihm übel, dass er über die Vorzüge der reizenden Prinzessin mit einem vergnügten Augenzwinkern plauderte. Erich Krebs gab aber auch noch zu verstehen, dass man diesmal bewusst einen Neubürger auf den Schild gehoben habe, damit die Dorfgemeinschaft noch mehr sichtbar werde als bisher.
Unter dem Beifall des Publikums setzte der Präsident des Festausschusses dann die neuen Tollitäten in Amt und Würden ein. Ihrer Lieblichkeit Margot gratulierte er mit einem riesigen Nelkenstrauß. Wer das Alter von Prinzessin Margot wissen wollte, der musste nur die Nelken zählen. (Es waren neunzehn.)

Erich Steffes von der alten Fastelovends-Garde hatte ein paar nette Reime gezimmert als Huldigung an die neuen Tollitäten. Prinz Franz I. nahm anschließend seine erste Amtshandlung vor und verlas seine Regierungserklärung. Ihr war zu entnehmen, dass er in den nächsten zwei Wochen die allzu trockene Dorfpolitik auf ein Abstellgleis schieben will. Frohsinn und Freude sollen die Garanten für einen zünftigen Karneval sein.

Nach der festlichen Proklamation von Prinz Franz 1. und ihrer Lieblichkeit Margot rollte ein Sitzungsprogramm ab, das kaum noch zu überbieten war. Heinz Knütgen aus dem benachbarten Thomasberg war das unbestrittene As in der Bütt. Viele Raketen belohnten seine gepfefferten und scharf gewürzten Pointen. Ferdi Nietzer hatte sich mitten in der närrischen Session den Karneval in seinen mannigfachen Erscheinungen aufs Korn genommen. Auch Veteran Adolf Knebel musste sich über Beifall nicht beklagen. Die „Vier Sprohle" hatten ein ausgiebiges Arsenal von Lokalkolorit auf Lager.

Die Proklamation eines neuen Prinzenpaares gab Präsident Erich Krebs Gelegenheit, den Gründer des Festausschusses, Josef Weiß, zum Ehrensenator zu ernennen. Präsident Erich Krebs wurde zum Schluss für seine Mühe mit einem wertvollen Geschenk belohnt. Lange wurde noch am Hof ihrer Lieblichkeit getanzt. 
 

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr.
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller/Winfried Görres
Räume & Galerien
Karneval Heisterbacherrott
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