Insolvenz abgewendet - Haus Schlesien kann aufatmen

Abgebildete Personen

Aufnahme: 2002

Insolvenz abgewendet - Haus Schlesien kann aufatmen

mn. Der Vorstand des Hauses Schlesien hatte die etwa 2300 Mitglieder im April um die Zahlung einer Sonderumlage gebeten, um damit die drohende Insolvenz abzuwenden. Ein Betrag in Höhe von 450.000 Euro ist in der kurzen Zeit eingegangen und damit konnten die Weichen für einen Fortbestand gestellt werden.

Der Präsident des Hauses Schlesien, Reinhard Blaschke, betonte, dass die unmittelbare Existenzbedrohung abgewendet werden konnte, auf Dauer das Haus Schlesien aber noch nicht über den Berg sei. Weiterhin gilt es, den Schuldenabbau mit allen möglichen Kraftanstrengungen zu erreichen, um die Zusatzbelastungen von der Kultur- und Bildungsstätte zu nehmen. Die insgesamt aufgelaufenen Schulden in Höhe von 1,3 Mio. Euro können auch nur durch den Verkauf eines ca. 4600 qm großen Teilstücks des hauseigenen Parkgeländes (insgesamt 12000 qm) abgebaut werden. Dabei sollen aber die Scheune mit den Fluchtwegen, Wegekreuz und auch der Glockenstuhl in der heutigen Formation Bestand haben. Man stellt sich vor, ein Seniorenwohnheim zu errichten, für das noch ein Träger zu finden ist. Die direkte Anbindung an das Haus Schlesien kann Verpflegungsleistung und gegebenenfalls die Unterbringung von Besuch sicherstellen.

Primäre Aufgabe des in der Bundesrepublik einmaligen Kultur- und Bildungszentrums bleibt die Pflege und Vermittlung schlesischen Kulturgutes. Dies soll insbesondere durch das Einbeziehen der jüngeren Generation in Deutschland, Polen und Tschechien erfolgen, wobei Veranstaltungen und Seminare mit Begegnungscharakter stattfinden sollen. Um diesen Bildungsauftrag fortsetzen zu können, ist das Haus Schlesien mehr denn je auf die Unterstützung der Kommune, des Landes und des Bundes angewiesen. Neben diesen berechtigten Erwartungen, die sich aus der Verpflichtung der öffentlichen Hand nach dem Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetz ergeben, hat die Mitgliederversammlung beschlossen, den Mitgliedbeitrag für den Verein Haus Schlesien ab dem 1. Januar 2003 um rund ein Drittel zu erhöhen. Für Reinhard Blaschke sind alle diese Schritte ein Zeichen dafür, das „die schlesische Fahne hier weiter wehen wird".

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 26 v. 27.06.2002
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller / Winfried Görres
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Aus Siebengebirgs-Zeitung
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