Abgebildete Personen
Aufnahme: 1992
Das Strücher Damenkomitee fertig für den Auftritt "Strücher Strich" - MIT KOMPLETTEM VORTRAG
Anmerkung zum Text: Die Textpassagen der Präsidentin des Damenkomitees (Waltraud Landsberg) sind alle linksbündig ausgerichtet, die der anderen Damen sind vom linken Rand eingerückt.
Ich bin et Waltraud, die gute Fee,
die Chefin vom Dirnen-Komitee.
Früher bin ich selbst für en Kerl marschiert,
der hat mir abends die Flöh abkassiert.
Da hab ich mich lieber selbständig gemacht,
mein Geschäft läuft bestens, wer hätt dat gedacht.
Schon mittags mach ich se sauber und frisch,
dann jeht es ab in et Revier op de Strüch.
So verdien ich mir zu meiner Rente
jeden Monat en paar Prozente.
Nun zeigen sich die einzelnen Damen,
sie nennen ihre Vorzüge und ihre Namen.
Ich bin die Helene, ein ganz großer Knüller,
in Fachkreisen bekannt als Bettenfüller.
Ich bin mit allen Reizen ausstaffiert,
bei mir hat sich noch keiner blamiert.
Nur Beamte, die lass ich net rein,
die schlafen ja schon vor dem Bezahlen ein.
Doch sonst kann ich keinem Mann widerstehn,
denn allein will ich nicht schlafen gehn.
Ich bin die Brigitte, bestens bekannt,
bediene meine Kunden mit Herz und Hand.
Ich bringe auch das meiste Geld,
bin nur auf Liebe eingestellt.
Selbst mittags, wenn die andern pennen,
sieht man in Heisterbach mich rennen.
Das ist doch die Gelegenheit,
bei meiner gleitenden Arbeitszeit.
Hast Du irgendeinen Kummer,
wähle einfach unsere Nummer,
sex-sex-sex, der Stücher Strich,
wir kommen und verwöhnen Dich!
Die rote Maria, so nennen mich Kenner,
denn auch auf dem Land gibt es kernige Männer.
Am hellen Tag oder in der Nacht,
viele hab ich schon glücklich gemacht.
Massage ist meine Spezialität,
ich bearbeite alles zwischen Fuß und Pläät.
Drum, liebe Frauen, folgt meinem Rat,
tut auch ihr täglich eine gute Tat.
Ich bin die Erika und ich die Evelyn,
wir gehen überall zusammen hin.
Et doppelte Lottchen vom Strücher Strich -
selbst morgens sind wir noch adrett und frisch.
Während die Freier noch an meinem Öhrchen naschen,
bin ich fingerfertig an Hosen und Taschen,
ich schnapp mir die Scheine, der kriegt uns nie,
wie will der auch rennen mit der Botz op de Knie.
Hast Du irgendeinen Komplex,
Schwierigkeiten mit dem Sex?
Ich und meine guten Geister
machen Dich zum wahren Meister.
Ich bin et Ulla, schon sehr erfahren,
in allen Lagen und das seit Jahren.
Früher bin ich am Bahnhof rumgewetzt,
doch et Waltraud hat mich jetzt im Gasthaus Otto eingesetzt.
Da ist zwar die Miete unverschämt teuer
und außerdem bezahl ich Vergnügungssteuer,
aber sogar aus Holland kommen Busse angerollt
und die bezahlen mit Butter und Kaffee - unverzollt.
Die flotte Liesel nennt man mich,
ich jogge täglich übern Strich.
Während ich die Kunden locke,
strick ich nebenbei noch Socken.
Hab ich ein Opfer dann gefunden,
wird er fürchterlich geschunden,
Liegestütze, Dauerlauf,
in die Hocke, wieder rauf.
Jeder wird hier fit getrimmt,
Hauptsache, die Kasse stimmt.
Und find ich keinen, auch egal,
dann strick ich mir noch einen Schal.
Ich bin die Renate, die hier animiert,
die Herren zu Sekt und Cognac verführt,
eisgekühlt, oder auch handwarm,
Mann!, wat hatt ich schon Flaschen im Arm.
Augenaufschlag - auf Ihr Wohl, mein Herr.
Jeder meint, dass er was Besonderes wär,
hält sich für den männlichsten Mann der Welt,
Und ich? ...Will nur sein Bestes und das ist sein Geld.
Wenn der nachlässt, der Reflex,
in der Liebe und im Sex,
besuch doch unser Institut,
das Gutes an der Menschheit tut.
Ich, die Wilma, weiß ganz genau,
ich bin doch eine Superfrau.
Nicht ganz billig, aber heiß,
Qualität hat ihren Preis.
Tausend Männer haben mir Treue geschworen,
nur, wenn ich von Hochzeit sprech, sitzen se auf den Ohren.
Ich bin die Klara, die kesse Biene,
was mich jung hält, ist die Liebe.
Die Männer liegen mir zu Füßen,
schicken Blumen mit besten Grüßen,
laden mich ein und führen mich aus.
Ich bringe die größten Scheine nach Haus.
Nun komm schon her mit Deinem Zaster,
den Du verdient auf hartem Pflaster.
Dass ich nicht lach, - so wenig nur,
und wovon fahren wir auf Tour?
Ich bin et Christel und en bisschen krank.
Ich hatt mich verkält, gestern op ener Bank.
Dröm han ich hück drei Botzen an,
an die Hauptsaach kütt me jetzt net su schnell dran.
Doch mit Geduld und viel Gefühl
kommt schließlich jeder an sein Ziel.
Ich bin die Thea, propper und stramm,
mit einem zufriedenen Kundenstamm.
Zu mir kommen meistens ältere Herren,
Wittmänner, Rentner, Pensionäre.
Die wollen auch noch was haben vom Leben
und ich kann denen noch soooviel Liebe geben.
Nur Freude herrscht in diesem Haus,
drum spann mal von der Arbeit aus.
Un bei jeder Zehnerkaat
häste zwanzig Mark gespart.
Ich, die Inge, die Lady in black,
setz mich über alle Tabus hinweg,
erfüll geheimste Wünsche, ich kenn jeden Kniff,
und monatlich einmal muss ich zum TÜV.
Mal stahlhartes Weib, mal Kuscheltier,
Softies und Rocker fühlen sich wohl bei mir.
Hier lässt jeder seine Macken raus,
und Liebe? ... Die hab ich beim Willi zuhaus.
Ich bin et Ulla, dat Minna von den Klotzen,
ich schrubb en de Hals und de Ungerbotzen,
ich koch de Kaffee und mach alles rein
un wenn eener krank wird, dann spring ich ein.
Ich pass auf, dat keiner wat passiert
Un wenn die Kerls morgens abkassiert,
kehr ich se mitsamt ihrer Herrlichkeit raus
und dann sind wir wieder ein anständiges Haus.
Alle Herren, die hier schliefen,
bedanken sich in vielen Briefen.
Selbst die Fachwelt spricht von Wunder,
müde Männer werden munter,
und aus manchem Haustyrann
wurde hier ein Supermann.
Drum, Frauen, schickt uns eure Männer,
ihr kriegt sie wieder - als wahre Könner.
Besucht unser Haus, wir freuen uns drauf.
Bis Aschermittwoch haben wir noch auf,
dann werden die Dirnen wieder zu Damen,
das einzig echte sind ihre Namen.
Nach Fastelovend sin mir all wieder brav.
In diesem Sinne Strüch Alaaf!
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