Aufnahme: 1989

Auftakt zur Großsanierung der Wallfahrtskirche

Es sollte eine allgemeine Sanierung des Mauerwerkes im Außenbereich des Kirchengebäudes durchgeführt werden. Hierfür waren durch Architekt Horn 1989 die erkennbaren oberflächlichen Schäden soweit wie möglich festgestellt und in einem entsprechenden Bericht aufgeführt worden. Nach Einrüsten des Kirchengebäudes sollte dann eine genaue Überprüfung durch entsprechende Fachleute stattfinden, was auch erfolgte. Niederschmetternd fiel dann kurz vor Weihnachten der Prüfbericht aus, so dass nach den Weihnachtsfeiertagen 1989 die Kirche aus Sicherheitsgründen sofort geschlossen wurde. 

  

Allgemein- und Baubeschreibung für die Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten an der katholischen Wallfahrtskirche St. Judas Thaddäus, die im Vorfeld von dem Architekten Hilarius Horn erstellt worden ist. Zu diesem Zeitpunkt waren all die im Nachhinein festgestellten Mängel noch unbekannt.

Das Gotteshaus wurde im Jahre 1891 aus Bossenmauerwerk mit Steinen aus dem nahegelegenen ehemaligen Stenzelbergsteinbruch erbaut.

Die derzeitig notwendigen Bruchsteinerneuerungen sollen mit einem italienischen Trachyt "Peperino Duro" ausgeführt werden, welche den Stenzelbergsteinen am ähnlichsten sind.
Die Abdeckungen sind aus Basaltlava und sollen auch mit Basaltlava entsprechend nach Notwendigkeit erneuert werden.

Der Allgemeinzustand ist beim Ersteindruck nicht einmal so schlecht, jedoch beim näheren Hinschauen sind die Schadstellen zu erkennen.
Hier ist besonders die Nordost- und Nordwestseite zu nennen. Genaueres und entsprechende Einzel- und Detailentscheidungen können erst getroffen werden, wenn das Gebäude eingerüstet ist und entsprechende Einzelteile einzusehen sind und untersucht werden können.
Eventuell sind auch noch statische Maßnahmen erforderlich, da sich einige Risse zeigen. Inwieweit diese eventuell aus der Gründung herrühren können und die Gründung nachgeprüft werden müsste, ist von der Denkmalschutzbehörde oder dem Generalvikariat zu entscheiden, da diese Fachleute durch ihre Tätigkeit über mehr Grundwissen und Erfahrungen verfügen.

Derzeit sind durch Inaugenscheinnahme folgende notwendige Arbeiten zu erkennen:
- Fugen des gesamten Mauerwerks, außer der im Jahre 1965 erstellten Erweiterung,
- Auskappen und im Torkretverfahren unter Verwendung von reinem Trasskalkmörtel neu verfugen. Hierbei wird das gesamte Mauerwerk mit einem Sandstrahlgebläse gereinigt, untersucht und nachbossiert.

Wieviele Einzel- oder Formsteine bzw. größere Teilflächen zu erneuern sind, kann vorab nicht festgestellt werden.

Teilweise sind Steine herausgebrochen und von der Witterung zerstört.
Ferner ist zu erkennen, dass Formsteine zu erneuern sind: unter anderem Ecksteine an Pfeilern, Pfeilerabdeckungen, Giebelabdeckungen, Giebelanfänger- und Bindersteine, Konsolen, Gesimse und Zwischengesimse.
Das Giebelkreuz ist zu untersuchen.
An den Fenstern sind Fensterbänke, Mittel- bzw. Seitengewände zu überprüfen und gegebenenfalls zu erneuern.

Fensterbänke, Pfeiler und Gesimse sollen für einen günstigeren Witterungsschutz eine Bleiabdeckung erhalten.
Die Risse im Mauerwerk sind genau zu untersuchen, lose Stellen herauszunehmen, Risse anzubohren und Packer  zu setzen, Verpressung und Verfugung mit Trasskalkemulsion und Trasskalkmörtel.

Bei der 1965 erstellten Erweiterung für die Beichtstuhlnischen sind Betonsanierungen vorzunehmen.

Hier ist vorab die Carbonatisierungstiefe und die Betonüberdeckung der Bewehrung zu überprüfen. Je nach Gegebenheit wird ein mineralisches oder kunstharzgebundenes System zur Sanierung genutzt.

Die an der Rückseite des Turms angebaute Treppe hat sich abgesetzt und ist teilweise abgesackt und zerstört. Dieser Teil soll ganz abgebrochen und durch eine leichte Gitterrosttreppe ersetzt werden.

Das gesamte Gebäude wird eingerüstet, das Gerüst mit Tüchern abgedeckt und während der Arbeitszeit zur Staubverhinderung feucht gehalten.

Die Dauer der Außen-Renovierungsarbeiten kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Es wird grob einmal von 30 - 34 Wochen ausgegangen.

Das Dach wird während der Einrüstung auch überarbeitet. Hier sind lediglich, so wie es derzeit aussieht, kleinere Reparaturarbeiten an einzelnen Schiefersteinen durchzuführen.

Es sollen ferner Kupferrinnen und Kupfer- Abflussrohre angebracht werden. Hierbei ist auch der Rinnenfuß neu einzudecken.
Die gesamte Blitzschutzanlage wird überprüft und eventuell entsprechend ergänzt.
Fenster sind reparaturbedürftig und werden überholt.
Innen erhält die Kirche einen neuen Anstrich.
Der Aufgang zur Empore bekommt einen Handlauf.
Im Windfang sind die Bodenplatten durch Wintersalzeinwirkung zerstört. Der Belag wird identisch mit dem Außenbelag durch einen Basaltplattenbelag erneuert.
Der Heizkessel mit den Anschlüssen wird ganz neu erstellt.
Die Orgel wird überholt und repariert.
Die bisher aufgeführte Kurzbeschreibung ist der derzeitige Wissensstand. Sollten sich während der Ausführungszeit weitere notwendige Arbeiten aufzeigen, so werden diese mit dem Generalvikariat und der Denkmalschutzbehörde abgestimmt.

Königswinter / Heisterbacherrott, den. 11.03.1989
Der Architekt
Hilarius Horn

Zur Verfügung gestellt von
Winfried Görres
Räume & Galerien
Katholische Kirche Heisterbacherrott
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