Aufnahme: 1966
Erster Bauabschnitt des katholischen Pfarrheim in dem die seit 1910 bestehende Bücherei untergebracht ist
Schon im Jahre 1957 überlegte der damalige Kirchenvorstand von Heisterbacherrott, ein Grundstück für ein Jugendheim und eine Bücherei zu erwerben. Man verhandelte mit dem damaligen Eigentümer des Fronhofs, Herrn Leo Esser, um ein entsprechendes Grundstück durch Kauf oder durch Tausch in Verbindung mit der Zivilgemeinde zu erwerben. Dabei dachte man an ein Stück Wiesenfläche an der Oelbergstraße gegenüber dem damaligen Pastorat.
Die Verhandlungen zogen sich über Jahre hin und der Bau rückte erst in greifbare Nähe, als Herr Esser Anfang der 1960er Jahre den Fronhof an die Stadt Köln verkaufte, aber vorher das Wiesengelände entlang der Oelbergstraße als Baugelände zum Kauf anbot. Auch hatte um diese Zeit der Kirchenvorstand schon den Beschluss gefasst, einen Antrag auf Vorplanungsgenehmigung zum Bau eines Jugendheimes an das Generalvikariat zu stellen. Vorab war schon abgeklärt worden, dass das Generalvikariat diesem Antrag nicht abweisend gegenüber stand.
Es zog sich aber noch bis in das Jahr 1962 hin, als Herr Esser endlich der Kirchengemeinde ein Grundstück aus dem zum Verkauf anstehenden Wiesengelände an der Oelbergstraße anbot. Der Erwerb von ca. 500 qm erfolgte 1963, und so konnte endlich 1965 mit dem Bau des ersten Gebäudeteils unter Pfarrer Rudolf Müller begonnen werden. Im Jahr 1965 war das neue Pfarrheim dann fertig gestellt und konnte der Gemeinde zur Nutzung übergeben werden.
Schon bald zeigte sich, dass es für die vielen Aktivitäten zu klein war, und es wurden neue Anträge zur Erweiterung an das Generalvikariat gestellt und genehmigt. So konnte schon im Jahr 1976 unter Pfarrer Dr. Anton Ly der zweite Gebäudeteil fertig gestellt und eingeweiht werden.
Im Laufe der weiteren Jahre wuchs die Anzahl der Bürger und mit ihr das Interesse an Leselektüre. Somit wurde das Bücherangebot ständig erweitert, und man musste die Räumlichkeit hierfür vergrößern. Durch gezielte Jugendarbeit stieg auch das Interesse an Jugendgruppen und damit eine größere Nutzung der Räumlichkeiten.
Aber auch andere Gruppierungen belebten das Pfarrheim. Von katholischer Seite waren dies die aufstrebende Frauengemeinschaft und der Kirchenchor.
Auch kamen weltliche Gruppen hinzu wie der Musikzug Bergklänge und das Tanzchor der Siebengebirgsperlen, die die Räumlichkeiten gegen ein Mietgeld nutzten. Gelegentlich waren es weitere Vereine und Gruppen wie z. B. der Heimatverein und Sportverein. Auch von der evangelischen Kirchengemeinde wurde das Haus gelegentlich in Anspruch genommen.
Das Pfarrheim war zu einem zentralen Punkt für das Vereinleben innerhalb des Ortes geworden, und es war für niemanden vorstellbar, dass das Pfarrheim einmal nicht mehr zur Verfügung stünde.
Das „Aus“ für das Pfarrheim begann mit der Fusion der beiden Pfarrgemeinden St. Joseph und St. Judas Thaddäus und damit, dass St. Joseph zur Pfarrkirche erklärt wurde. Auch wurden die ersten Sparmaßnahmen durch das Erzbistum Köln ausgesprochen. Für die neue „katholische Großgemeinde“ waren die gesamten Versammlungsflächen doppelt so groß wie sie der Anzahl der gemeldeten Katholiken der Kirchengemeinde zustanden. Auch sprach das Generalvikariat die Empfehlung aus, dass am Ort der Pfarrkirche auch das Pfarrzentrum sein solle.
Die Zuschussmittel für die Versammlungsflächen wurden nach und nach immer weiter gekürzt. Die Pfarrgemeinde hätte das Pfarrheim erhalten können, wenn die anfallenden laufenden Kosten zur Erhaltung des Gebäudes durch die Kirchengemeinde hätten aufgebracht werden können. Hierzu wurden unter Einbeziehung aller örtlichen Vereine viele Überlegungen angestellt, um einen geeigneten Finanzierungsplan zu erstellen. Leider wurde keine Lösung gefunden, so dass zum 01.11.2006 das Pfarrheim veräußert werden musste.
Als Ersatz für die Räumlichkeiten der Bücherei genehmigte das Generalvikariat einen Anbau an das Pfarrhaus, der im Jahr 2007 fertig gestellt werden konnte.
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