Aufnahme: 1995

Russischer Männerchor begeisterte bei zwei Konzerten

st. Ein großes musikalisches Ereignis waren die Konzerte des Männerchores der Chorkunstakademie Moskau unter der Leitung von Prof. Viktor Popov in der Aula der Christophorusschule in der Altstadt und in der katholischen Kirche zu Thomasberg. Die Sänger, einheitlich in schwarzen Kutten, verschönerten mit ihrem Gesang auch den vorhergehenden Gottesdienst in der St.-Joseph- Kirche.

Bei den Konzerten stand das geistliche Programm im Vordergrund. Der Reigen der Darbietungen begann mit einer Weise des sossimischen Wüstenklosters "An den Flüssen von Babylon" . Dieser Gesang beschreibt die Gefangenschaft des Volkes Israel in Babylonien. Mit dem Chorgesang "Es schweige alles sterbliche Fleisch" von Tschenokov wurden die Zuhörer/innen bereits in den Karfreitag versetzt. Auf den Gründonnerstag passt der Gesang von Lvov "Als Teilnehmer an deinem geheimnisvollen Abendmahl". Die Fastenzeit hatten die übrigen Gesänge zum Inhalt. Der erste Teil des Konzertes endete mit dem "Te Deum".

Neun weitere Lieder standen im Zeichen der russischen Folklore. "Geh auf, du Sonne" ist ein altes Räuberlied. Mit dem "Schwarzen Raben" beschwört ein verletzter Soldat auf dem Schlachtfeld den Todesvogel, von ihm wegzufliegen. Ein heiteres Scherzlied der Studenten ist "Am Fluss entlang". Nach dem "Lied der Wolgaschlepper", dem "Lied von den zwölf Räubern" und "Es war im Dorf Olchovka", einer Geschichte zweier Liebenden, erklang zum Finale "Die Steppe ringsherum". Dabei handelt es sich um das Schicksal eines Postkutschers, der in der winterlichen Steppe erfriert und in Gedanken Abschied nimmt von seinen Lieben.

Der Chor, zunächst nur aus Knaben bestehend, wurde vor 51 Jahren in Moskau gegründet, um den russischen Chorgesang weltweit bekannt zu machen. Zum Schluss der Konzerte wurde um eine Spende zu Gunsten des Internates der Chorkunstakademie Moskau gebeten, da dem Internat sämtliche staatlichen Zuschüsse gestrichen wurden. Von den Spenden werden Lebensmittel für die männlichen Internatsschüler im Alter zwischen sieben und 14 Jahren gekauft.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 12 vom 23. März 1995
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
Räume & Galerien
Katholische Kirche Thomasberg
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