Aufnahme: 1989
Festakt zum 25 jährigen Chorjubiläum am 7. Oktober 1989 im Strücher Festsaal
Mister Jeffrey Babb vom Jugendorchester Grimsby/Cleethorpes in England sorgt für neue Arbeit im Kirchenchor mit dem Chorsatz einer Beethoven-Komposition und gratuliert zum 25 jährigen Chorjubiläum.
Grußwort von Jeffrey Babb an den Chor bei der Jubiläumsfeier am 7. Oktober 1989.
Liebe Sanges- und Glaubensgefährten.
Ich bringe Euch Grüße aus Cleethorpes zu Eurem Silberjubiläum. Diese Grüße entbietet Euch unsere Stadtverwaltung und das Jugendorchester. Doch ich fühle mich nicht nur aus offiziellem Anlass verpflichtet, Euch zum 25. Geburtstag zu gratulieren.
Ich freue mich darüber, dass meine beiden Freunde, Tom Weightman und Arthur Morley Zeit und Muße gefunden haben, Deutsch zu lernen. Leider sind es bei mir 40 Jahre her, dass ich Deutschunterricht hatte. Wir haben damals nur geschrieben, nicht gesprochen, außerdem glaube ich, dass die Sprache, die ich damals lernte, wenig zu tun hat mit dem Dialekt von Königswinter. Nun, seit damals hüpfe ich auf und ab und dirigiere, habe aber an einem Ort nie Zeit genug gehabt, Deutsch wirklich zu lernen. Deshalb hoffe ich, dass Ihr mir meine englische Ansprache verzeiht.
Als ich neulich ins Rathaus ging, traf ich Herrn Hank. Der blieb wie angewurzelt stehen, als ob er eine Vision hätte. Er starrte zuerst auf meine Hosenbeine, denn anscheinend sind sie es, die auf- und abhüpfen und in Erinnerung bleiben!
Wahrscheinlich ist es nicht von Bedeutung, dass ich kein Deutsch spreche, und dass wir in offiziellem Auftrag hier sind. Von Bedeutung ist es vielmehr, dass wir uns auf den Straßen von Oberpleis, Thomasberg oder Königswinter begegnen und uns die Hände schütteln. Und wenn Annemarie Peters nach Grimsby kommt, und wir begegnen uns dort auf der Straße und begrüßen uns freundschaftlich, so ist das der eigentliche Sinn, der diese Partnerschaft prägt. Ich habe diese zwei Personen namentlich genannt, aber es gibt noch viele andere, die nach Grimsby kommen. Ich bin in Königswinter vielen Leuten auf der Straße begegnet, die mich gegrüßt haben, darin liegt der Sinn einer Partnerschaft zwischen zwei Städten.
Ich glaube, dass manche der Gedanken, die Euer Pastor vorhin in seiner Predigt über die Beziehungen zwischen Musik und Gottesdienst aufzeigte, direkt übertragbar sind auf Eure Beziehungen untereinander im Chor, auf die Beziehungen, die wir als Freunde der Musik untereinander haben und auf die bestehenden Beziehungen zwischen den Menschen in Thomasberg - Königswinter und in Grimsby - Cleethorpes.
Zur Erinnerung an den heutigen Anlass habe ich zwei Werke der englischen Kirchenmusik mitgebracht, in der Hoffnung, dass sie der Thomasberger Kichenchor aufführen wird. Ich hoffe mit Blick auf die Noten, die den Eindruck erwecken, dass man sie ganz schnell wieder weglegen und einen zur Brust nehmen sollte, dass Ihr das ganze Geld, das Ihr heute bekommen habt, auf die Seite legt und erst dann vertrinkt, wenn Ihr diese Stücke singen könnt!
Das Jugendorchester wird im August nächsten Jahres und zwar Ende August, nach Königswinter kommen. Ich hoffe, dass es uns dann möglich sein wird, in Eurer schönen Kirche am Sonntagmorgen zu musizieren. Ich hoffe sehr, dass wir zusammen, Euer Kirchenchor und das Jugendorchester, gemeinsam den Gottesdienst mitgestalten können, und ich wünsche mir, dass Ihr dann eines der beiden Werke für uns singt. Eins der Stücke ist in lateinischer Sprache. Es ist von William Byrd ( 1543 - 1623 ), einem Komponisten der elisabethianischen Zeit, doch hoffe ich sehr, dass Ihr dann die englische Fassung für uns singt: „Oh taste and see how gracious the Lord is“ „ Schmecket und sehet, wie groß der Herr ist.“
Es ist mir nun eine große Freude, Euch dieses Geschenk im Auftrag des Grimsby, Cleethorpes and District Youthorchestra zu überreichen.
Übersetzung aus dem Englischen vom Tonträger durch Hannes Christenn.
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