Aufnahme: 1986

Silbernes Priesterjubiläum von Pastor Paul Woelki am 1.-2. Februar 1986

Ein besonderer Anlass - also auch eine besonders festliche Messe! Das war der Wunsch, der hinter unseren Vorbereitungen steckte. Unserem Präses sollte sein Priesterjubiläum zu einem bleibenden Erlebnis gestaltet werden, gleichzeitig sollte es ihm unsere Mitfreude und Dankbarkeit ausdrücken.

Was zunächst wie eine Schwierigkeit aussah, dass er jetzt zwei Pfarreien betreut, erwies sich für die Festmesse als sehr günstig, denn ein Werk wie die Missa brevis in B von Mozart verlangt einen großen Chor, und daher nützte die Zusammenarbeit mit dem Kirchenchor aus Heisterbacherrott der Aufführung sehr. Sie war aber auch ein Beitrag zum Miteinander der beiden Nachbarpfarreien. - Hatte es früher schon mal Schwierigkeiten gegeben, ein Orchester zu verpflichten, machte sich jetzt bezahlt, dass wir seit vielen Jahren auch hier Freunde gefunden haben: Unserer Bitte um instrumentale Unterstützung wurde spontan entsprochen.

Bei den Proben zur Jubiläumsmesse stellte sich heraus, dass beim Bau beider Kirchen niemand mit einem solchen musikalischen Aufgebot gerechnet hatte: Beide Orgelemporen waren fast zu klein, aber mit viel gutem Willen und der Hilfe der Stadt, die uns Podeste lieh, wurde auch dieses Problem gelöst. Wie sich auf den Tonbandaufnahmen später herausstellte, hatten beide Aufführungen ihre eigenen Vorzüge. War der Klang in Heisterbacherrott schöner wegen der besseren Akustik, wurde in Thomasberg wesentlich präziser gesungen. In beiden Messen stand aber bei allen Sängerinnen und Sängern der Wunsch im Vordergrund, ihr Bestes zu geben zu einem gemeinsamen, tief empfundenen Lob Gottes und zum Dank an unseren Pastor, wie auch zur Freude der Messbesucher.

Das spürte wohl jeder in der Kirche, am meisten bei dem „Dank sei dir, Herr“ von Händel. Nur so lässt sich erklären, dass viele der Messbesucher, die schon an der Messfeier am Vorabend in Heisterbacherrott teilgenommen hatten, auch am Sonntagmorgen noch einmal in die Messe nach Thomasberg kamen. Der Jubilar hatte die ganze Pfarrgemeinde nach dem Gottesdienst zum gemeinsamen Feiern in den „Thomasberger Hof“ eingeladen.

Für unseren Chor war es eine Selbstverständlichkeit, ihm auch hier ein Ständchen zu bringen und sich mit ihm zu freuen über die große Anteilnahme an seinem Fest. Diese dokumentierte sich auch darin, dass im Saal kein leerer Stuhl zu sehen war. Begeisterungsstürme bei den Anwesenden erzielte Bürgermeister Hank mit seinen launigen Worten, dass bei der Zusammenlegung der beiden Pfarreien Prioritäten schon dadurch geschaffen wurden, dass der hl. Joseph „rangmäßig höher steht als der hl. Judas Thaddäus“. An diese Auslegung hatte bisher noch niemand gedacht!

Dass der Bürgermeister aber auch das stille und liebenswürdige Wirken von Elisabeth Keusen im Pfarrhaus nicht vergaß, wurde ihm von unserer Chorfamilie besonders gedankt. Viele von uns haben anschließend noch lange mitgefeiert, diese beiden Tage waren auch für uns ein herausragendes Ereignis unserer Chorgeschichte.

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