Aufnahme: 1985
Jahresausflug nach Todtmoos vom 14. bis 15. September 1985
Ein "Sancta Maria" im Dom von St. Blasien.
Reisebericht
Wie alles, was der Chor unter seinem Vorsitzenden Franz Bellinghausen bisher unternommen hatte, war auch dieser Ausflug wieder hervorragend vorbereitet.
Im letzten Jahrzehnt hat unser Chor schon eine Vielzahl von Verkehrsmitteln ausprobiert, angefangen von den eigenen Füßen bei einem gemeinsamen Spaziergang auf den Ölberg, über Busse, Schiffe bis hin zum Flugzeug. Nun gab es wieder eine neue Variante: die Deutsche Bundesbahn.
Für manch einen - und die Chronistin zählt sich dazu - war es hart, am Samstagmorgen so früh aufstehen zu müssen, aber alle waren munter und erwartungsvoll, als der Chor sich auf dem Bonner Hauptbahnhof traf. Mit dem Intercity ging es zunächst nach Freiburg. Die Fahrt in dem Großraumwagen verlief angenehm und schnell. Leider verschlechterte sich das Wetter immer mehr, je weiter wir nach Süden kamen. In Freiburg selbst hatten wir zwar nicht sehr viel Zeit, aber es reichte, um einmal durch die Innenstadt zu stürmen und auf dem Wochenmarkt am Münsterplatz ein paar Schwarzwälder Souvenirs zu kaufen. Schnell noch ein Mittagsessen, dann brachten uns zwei Busse nach Todtmoos. Unterwegs besichtigten wir im Münstertal die schöne Barockkirche St. Trudbert. Wie immer, wenn wir in einer fremden Kirche sind, sangen wir auch hier ein Lied, nicht nur, um die Akustik auszuprobieren, sondern auch, um unsere Dankbarkeit auszudrücken für diese schöne Fahrt mit unserer Chorfamilie.
Alle hatten sich wohl auf einen Abstecher auf den 1414 m hohen Belchen gefreut, aber leider, - je höher wir kamen, desto nebliger wurde es, man konnte einfach nichts sehen. Das war sehr schade, beeinträchtigte aber die allgemeine gute Stimmung nicht.
In Todtmoos angekommen, staunten wir über das riesige Hotel hoch über dem doch sehr kleinen Ort. Die Unterbringung war hervorragend in abgeschlossenen Appartments, also Zufriedenheit auf allen Mienen, als wir uns zum Kaffeetrinken im Restaurant trafen.
Am Abend durften wir in der Pfarr- und Wallfahrtskirche die Hl. Messe musikalisch gestalten. Anschließend bedankten wir uns beim Pfarrer und der Gemeinde vor der Kirche mit einem Ständchen - es klang in dem engen Tal wunderschön.
Nach dem Abendessen saßen wir noch lange bei einem guten Tropfen zusammen. Natürlich wurde auch noch gesungen, und einige aus unserem Kreis erfreuten uns sogar noch mit kleinen Darbietungen.
Nach dem ausgedehnten Frühstück holten uns die Busse wieder ab. Noch ein Abschiedslied vor dem Hotel, Schwarzwaldkinder überreichten den Teilnehmern ein kleines Geschenk, das der Chorvorstand für jeden Mitfahrenden besorgt hatte, dann ging es Richtung St. Blasien.
Wer diesen Ort und die Kirche noch nicht kannte, staunte über die Ausmaße des Domes und des Stiftes. Einer der beiden Busfahrer erwies sich als ausgezeichneter Fremdenführer, dem man den Stolz auf seinen und die Liebe zu seinem Heimatort deutlich anmerkte.
Von St. Blasien aus ging unsere Fahrt weiter am Schluchsee und dem Feldberg vorbei zum Titisee. Im Ort gab es genügend Möglichkeiten zum Mittagessen und einem kleinen Spaziergang, leider war es nur kalt. Auf der Weiterfahrt regnete es bald ziemlich stark, und wir waren alle dankbar, dass die Sonne den Tag über bis zur Heimfahrt ein Einsehen mit uns gehabt hatte.
Auf dem Bahnhof in Freiburg gab es noch einige Aufregung, weil uns niemand sagen konnte, an welchem Ende des Bahnsteigs unser reservierter Wagen halten würde. Prompt stiegen wir zunächst in den falschen ein, und das Gedränge im Gang wurde riesengroß, doch schließlich hatten alle ihre Abteile gefunden, und nach wenigen Stunden Fahrt kamen wir müde, aber glücklich über die zwei schönen Tage wieder in Bonn an.
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