Der Kirchenchor St. Joseph Thomasberg und das Cleethorpes Grimsby Youth Orchestra

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1979

Der Kirchenchor St. Joseph Thomasberg und das Cleethorpes Grimsby Youth Orchestra

Das Konzert im Pier Pavillon in Cleethorpes stand unter der Überschrift "Musik kennt keine Grenzen".

Reisebericht:

Die Reise nach England, vom 11.10. bis 14.10. 1979, die alle Teilnehmer restlos begeisterte, hatte eine umfangreiche und oft recht schwierige organisatorische Vorarbeit erfordert.

Dank des pausenlosen Einsatzes unseres Vorsitzenden Franzl Bellinghausen und der Hilfen durch die Stadt Königswinter, vertreten durch Oberamtsrat Peter-Josef Kneiseler, und die Stadt Cleethorpes, vertreten durch Mr. Peter Daniels, konnten wir die Reise schließlich mit 57 Chormitgliedern und 23 „Schlachtenbummlern“ antreten.

Alle Chormitglieder hatten sich lange und gründlich auf die Reise vorbereitet. Kurze Zeit vor dem geplanten großen Tag fand noch ein Informationsabend statt, bei dem wir bekannt gemacht wurden mit den Sehenswürdigkeiten, die wir in London und auf der Fahrt von dort nach Cleethorpes besichtigen würden. So trafen wir uns alle frohgelaunt am frühen Morgen des 11. Oktober in Thomasberg, wo uns unser Präses, Pastor Riem, den Reisesegen gab.

Am Flughafen in Düsseldorf wurde unsere Vorfreude auf eine harte Probe gestellt, da wir statt um 8.30 Uhr erst um 12.30 Uhr „in die Luft gehen“ konnten: In London lag dichter Nebel, und unser Flugzeug erhielt keine Starterlaubnis. Wie gut war es jetzt, dass Franzl Bellinghausen auch in diesem Falle vorgesorgt hatte und mit ein paar „Tröpfchen“ aufkommende Ungeduld oder auch Unmut besänftigte. Endlich war es dann soweit, wir starteten zu einem wunderbar ruhigen Flug. Nach einigen großen Warteschleifen landeten wir in London-Heathrow und wurden von dort mit zwei Bussen zum Regent-Palace-Hotel gebracht.

Wegen der großen Verspätung fuhren wir nach dem Einchecken im Hotel gleich weiter zu einer großen Stadtrundfahrt, die uns zu den berühmtesten Gebäuden und Sehenswürdigkeiten der Weltstadt brachte. Später - nach dem Abendessen – versuchten viele unserer Reiseteilnehmer noch auf eigene Faust und zu Fuß, ein bisschen Weltstadtflair zu genießen.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück gleich weiter Richtung Norden. Unterwegs besichtigten wir die alte und berühmte Universitätstadt Cambridge, die uns alle sehr beeindruckte. Das größte Erlebnis war aber wohl für alle der Besuch der Kathedrale von Ely.


Kathedrale von Ely

Diese Kirche überwältigte uns durch ihre Ausmaße und ihre Schönheit. Natürlich konnten wir nicht umhin, auch die herrliche Akustik zu testen mit einem leise gesungenen „Sancta Maria"! Einen solch wunderbaren Klang hatten wir noch nicht erlebt! Als wir weiterfahren wollten, fehlte Heinrich Breuer, und seine Frau geriet schon in Panik. Also: ausschwärmen und suchen! Aber da kam er, die Architektur hatte ihn nicht losgelassen, er hatte einfach nicht gemerkt, dass wir wieder zu den Bussen gegangen waren.

Gutgelaunt, wenn auch etwas müde , kamen wir am späten Nachmittag an der Humber-Mündung an. Im Rathaus erwartete uns schon Mr. Daniels von der Stadtverwaltung zusammen mit den Gastgebern für diejenigen, die privat untergebracht werden wollten. Die anderen wohnten im Hotel „Lifeboat“ gleich am Meer.

Am Abend trafen wir uns zur Probe mit dem „Grimsby – Cleethorpes and District Youth Orchestra“ im Pier Pavillon. Waren wir vorher schon begeistert gewesen von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Engländer, so wurde das alles weit in den Schatten gestellt von dem Empfang, den uns das Jugendorchester am Anschluss an die Probe gab.


Tom Weightman, Franz Bellinghausen und Arthur Morley

Am 3. Tag unserer Reise war das Programm randvoll mit einer Fahrt nach Lincoln, wo wir die Kathedrale besichtigten. Auch hier durften wir die herrliche Akustik durch unseren Gesang selbst erproben. – Die Stadt Lincoln bot Einkaufsmöglichkeiten für Souvenirs und Mitbringsel. Auf der Rückfahrt nach Cleethorpes machten wir noch in der St. Mary’s Church in Grimsby Halt zu einer kurzen Probe für die Messe am nächsten Morgen. Der Pfarrer begrüßte uns vor der Kirche sehr herzlich und versicherte uns, wie froh seine Gemeinde sei, dass wir dort eine Messe singen wollten.

Zuvor fand aber am Abend im Pier Pavillon das große Konzert statt, zu dem die Stadt Cleethorpes eingeladen hatte. Der Saal war bis zum letzten Platz besetzt und schon nach dem ersten Lied stand fest, dass die Resonanz beim Publikum ganz hervorragend war. Alles, was wir vortrugen, wurde begeistert aufgenommen, und das abschließende „Glory halleluja“ sangen alle Zuhörer mit. Der ausgefüllte Tag und das lange Stehen auf der kleinen und heißen Bühne waren sehr anstrengend gewesen, und nun hofften wir alle, unsere armen Füße beim anschließenden Empfang durch die Bürgermeisterin und die Stadtverwaltung im Council House etwas ausruhen zu dürfen.


Wappen der Stadt Cleethorpes

Daraus wurde aber nichts - wieder stehen! Trotzdem wurde es ein wunderschöner Abend durch die überaus herzlichen Worte der Offiziellen und den persönlichen Kontakt mit den Engländern, den auch keine Sprachschwierigkeiten verhindern konnten. Durch Gesten, einzelne englische Brocken und viel Gelächter verstanden sich alle.

Die folgende Nacht war etwas kurz und wir alle noch etwas müde, als wir uns am Sonntagmorgen in der Kirche trafen, aber wir spürten bald die Freude der Gläubigen über unsere Darbietung der „Missa brevis“ von Joseph Haydn, und so wurde es eine sehr würdige Messfeier. Wir alle waren gerührt, dass die Menschen in der Kirche am Schluss des Gottesdienstes spontan Beifall klatschten. Auch die Herzlichkeit, mit der wir dann vor dem Gotteshaus von ihnen verabschiedet wurden, hinterließ bei uns einen nachhaltigen Eindruck. Nach all diesen schönen Erlebnissen fiel uns denn auch der Abschied von Cleethorpes und unseren neugewonnenen Freunden sehr schwer und alle versprachen, einmal wiederzukommen.

Während der Rückfahrt nach London wurde im Bus immer wieder erzählt von all dem Schönen, das wir in unserer Partnerstadt erlebt hatten. Unsere Freude über den gelungenen Besuch drückte sich in guter Laune und viel Gelächter aus. Auch beim Rückflug hatten wir wieder Verspätung. Für die Gruppe, die mit der 2. Maschine flog, kam noch die Belastung eines Fastunfalls des Flugzeugs am Boden hinzu. Aber nach dem Umsteigen in eine andere Maschine und dem recht unruhigen Flug durch ein Gewitter konnten wir am späten Abend alle gemeinsam von Düsseldorf aus die Heimreise antreten: Müde, aber angefüllt mit vielen Erlebnissen und Dankbarkeit für die wunderschönen Tage.

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