Abgebildete Personen
Aufnahme: 1978
Kirchenchor St. Joseph Thomasberg 1978
Auf der Treppe vor der Kirche St. Joseph in Thomasberg
Der Kirchenchor
ist ein unverzichtbarer Bestandteil des kirchlichen Lebens, denn was wären
Festgottesdienste ohne Chorbegleitung! Dass sich die Pfarre St. Joseph trotzdem bis 1964 Zeit
lassen konnte, ehe sie zur Gründung eines eigenen Kirchenchores schritt, verdankt sie dem
Gesangsverein, der bis dahin diese Aufgabe mit versehen hat. Man war sich aber einig, dass
es, allein für die doch zeitraubende Pflege des unterschiedlichen Liedgutes, besser sei, wenn
es einen eigenen Kirchenchor gäbe.
Anfang der 60er Jahre, Wilfried Raths war Hilfsküster und Willy Halm aus Ittenbach spielte,
wenn immer er konnte, auf einem altersschwachen Harmonium die kirchlichen Lieder, regte
Pastor Riem die Bildung einer Choralschola an. Willy Halm übernahm den Auftrag und
stellte am 30.03.1961 im Gründonnerstagshochamt seine kleine Schar mit einem gelungenen
Versuch vor. Am 10.04.1961 glaubte man, endlich einen Küster und Organisten und damit
auch einen Chorleiter für einen zu gründenden Kirchenchor gefunden zu haben: Raymund
Bender aus Bonn. Doch Bender wollte nicht umziehen. Er kam mit einer Isetta, die im
Holzlarer Berg bei Winterglätte schon mal rückwärts rollte, obschon sie mit einem
Vorwärtsgang bedient wurde. Gottseidank sprang Peter Zens mit seinem Gemischten Chor
immer wieder in die Bresche. 1964 trennte man sich von Bender, am 01.07.1964 übernahm
Ludwig Pütz dessen Amt und am 16.10.1964 gründeten, nach einem entsprechenden Aufruf
von Pfarrer Riem, die Damen Waltraud Bröhl, Anneliese Otzipka, Christine Koch, Anita Küster,
Frau Pütz, Maria Hoitz, Waltraud Heisterkamp, Elfriede Lehmacher und der einzelne
Herr Karl-Josef Ruiters den Kirchenchor St. Josef in Thomasberg.Ludwig Pütz war sein Dirigent.
Dass hieraus mal einer der mitgliederstärksten und angesehensten Kirchenchöre weit
und breit werden würde, davon konnte keiner träumen.
Es lief zunächst so lala. 1971 ging Ludwig Pütz in Pension. Frau Gisela Symnofsky ließ sich
überreden, den Chor zu übernehmen, gab dieses Amt nach zwei Jahren aber wieder auf. Man
suchte und fand schließlich einen Nachfolger in der Person des Konrektors der Hauptschule Oberpleis
Ludwig Kurenbach. Und als dann 1974 Franzl Bellinghausen den
Vorsitz übernahm, dessen Frau Resl eine tragende Sopranstimme einbrachte und schließlich
sogar stimmkräftige und geübte Sängerinnen und Sänger aus Oberpleis vom neuen
Schwung in Thomasberg angezogen wurden, da konnte nichts und niemand den
unaufhaltsamen Aufstieg aufhalten. Heute macht lediglich die Größe des Chores schon mal
Beschwernisse, weil hierdurch gelegentlich welche aus der Sangesschar sich bei
Probeabenden für entbehrlich halten.
Ende November 1974 hatte der Chor 36 Mitglieder, 1977 wurde Trude Schmidt als 50.
Mitglied aufgenommen, 1980, beim Tod von Pfarrer Riem, zählte man 55, 1984, im
Jubiläumsjahr, 70 und 1991 waren es 75 aktive Chormitglieder. Vorsitzender blieb bis heute
Franzl Bellinghausen. Auch der übrige Vorstand blieb kontinuierlich beisammmen.
Anneliese Peters führte 16 Jahre das Protokoll, ehe sie das Amt der Schriftführerin an
Regine Inderfurth abgab. Die war bis dahin 16 Jahre lang 2. Kassenwartin, genau so lange,
wie Margarete Schmitz das Amt der 1. Kassenwartin versah, seit 1990 macht das Maria
Koch. Die Chorleitung liegt nach wie vor bei Ludwig Kurenbach, stellvertretender
Chorleiter ist Edgar Zens.
Eine außergewöhnliche Bewährungsprobe war die Darbietung des "Messias" von Händel,
zusammen mit dem Niederdollendorfer Kirchenchor, der ebenfalls unter Leitung von L.
Kurenbach steht, im Rahmen des städtischen Kulturprogramms in der Königswinterer
Kirche "Maria, Königin des Friedens" am 04.12.1977. Obwohl das "Amen" ein wenig aus
den Fugen zu geraten drohte, war es ein überwältigender Erfolg. Vom 11.10. - 14.10.1978
besuchte der Kirchenchor die Partnerstadt Cleethorpes. Aufnahme, Aufführung und
Presseecho waren einmalig! Auch inländische Auftritte außerhalb der eigenen Kirche
häuften sich. Leider verbietet die Platznot, in dieser Chronik hierzu Einzelheiten
aufzuzählen. Das gilt auch für die vergnüglichen Jahresausflüge nach Rothenburg,
Todtmoos, Würzburg und und. Auch den Strücher Karneval ließ man nicht aus, einmal zog
man im Zug mit als "Strücher Kirchenmäuse" (1982), dann wieder war der Auftritt als
"Strücher Hofsänger" an der Reihe (1985) und und. Im Oktober 1983 war jedenfalls ein
erneuter Besuch in Cleethorpes fällig, wieder mit tollem Erfolg. Zur Feier des silbernen
Vereinsjubiläums zog der Chor mit dem aus Tiefladern zusammengestellten "Musenexpress"
über die Strüch und aus gleichem Anlass wurde am 10.12.1989 erneut der "Messias" von
Händel aufgeführt, diesmal klappte sogar das "Amen".
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