Jahresausflug des Kirchenchores St. Joseph Thomasberg nach Wissen / Sieg 1975

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Aufnahme: 1975

Jahresausflug des Kirchenchores St. Joseph Thomasberg nach Wissen / Sieg 1975

Der Kirchenchor bedankt sich mit einem Ständchen bei Dechant Soddemann für die Gastfreundschaft.

Reisebericht

Schon die Vorbereitungen für diesen ersten Wochenendausflug unseres Chores waren aufregend und mit vielen Spekulationen und Gelächter verbunden. Auf den Besuch von Wissen hatte man sich geeinigt, weil die dortige Kirche einigen Chormitgliedern bekannt war,und der Dechant uns für dieses Wochenende das ganze Jugendheim zur Verfügung stellte.

Am Samstagmittag war es dann soweit. Das Wetter war herrlich, kalt zwar, aber klar und sonnig. Dementsprechend war auch die Stimmung aller Teilnehmer der Fahrt, Chormitglieder und Angehörige. 

In Wissen wurden wir vor der Kirche von Dechant Soddemann begrüßt, und als erstes ging es zu einer kurzen Stell- und Akustikprobe in die Kirche. Das war wohl für alle eine echte Überraschung und Freude: man brauchte nur den Mund aufzumachen, und der Ton klang! Welch ein Unterschied zu unserer Kirche in Thomasberg!

Anschließend brachten wir unser „Gepäck“ in das Jugendheim. Überraschung Nr. 2: die Ausmaße und ebenso die Einrichtung dieses Hauses ließen uns vor Neid erblassen. Kaum jemand hatte sich das so vorgestellt. Der größte Raum war von der Vorsitzenden des dortigen Kirchenchores eigens für unseren gemütlichen Abend mit wunderschönen Blumengestecken geschmückt worden. Nebenan in einer kleinen Küche gab es genügend Geschirr und Besteck, und unseren mitgebrachten Gulasch konnten wir im Keller in einer der Lehrküchen aufwärmen. Alle anderen Räume wurden zum Nachtlager erklärt und sofort mit unseren Luftmatratzen und Decken ausgestattet. Einige Übereifrige glaubten sogar, die Mühe lohne sich, schon jetzt die „Betten“ fix und fertig zu machen.

Aber dann rief doch erst die Pflicht. Auf dem kurzen Weg zur Kirche mussten wir noch einige verlorengegangene Schäflein aus der nahen Wirtschaft holen. Nun ja, sie lag aber auch sooo verführerisch am Weg und es war ja sooo kalt!

In der Vorabendmesse sangen wir die Messe in C-Dur und das „Locus iste“ von Anton Bruckner. Wir selbst waren eigentlich ganz zufrieden mit unserer Leistung; später wurden wir dann auch von einigen Kirchgängern, besonders auch von Dechant Soddemann sehr gelobt.

Dadurch hatten wir uns den nun folgenden Abend also redlich verdient. Zunächst gab es ein zünftiges Abendessen mit dem selbstgekochtem Gulasch und frischgebackenem Brot. Das war die richtige Grundlage für den weiteren Abend. Hatte jemand gefürchtet, er müsse ungeliebtes Flaschenbier trinken, wurde auch der angenehm enttäuscht: aus der Diskothek unten im Jugendheim wurde uns jedes Getränk heraufgebracht, das wir wünschten, niemand brauchte also zu darben! Es wurde ein schöner Abend, auch das Tanzen kam nicht zu kurz, hatte doch Helmut Reuter extra eine Stereo-Anlage mit zwei Riesenboxen und den richtigen Tonbändern mitgebracht! Als wir dann zu später Stunde zu einer Polonaise durch das ganze Haus aufbrachen, merkten einige, daß es immer schädlich ist, allzu eifrig und ordentlich zu sein. Nach dieser „Wanderung“ war nämlich in kaum einer der schon aufgeblasenen Luftmatratzen noch Luft, und die so schön drapierten Decken und Kissen lagen selten noch an ihrem Platz. Einer unserer Herren hatte gehofft, sein Bett dadurch vor der Zerstörung retten zu können, dass er sich in ganzer Länge daraufwarf, aber auch das half nicht. – So wurde während des Abends noch mancher Schabernack ausgeheckt und ausgeführt, aber alles wurde mit Humor und viel Gelächter aufgenommen.

Auch die schönsten Stunden gehen einmal vorbei. Die Nacht wurde zwar sehr kurz, besonders, da niemand auf den ungewohnten Unterlagen richtig schlafen konnte. Daher sah man beim Frühstück manch übernächtigtes Gesicht, aber nach einigen Tassen Kaffee und einem nahrhaften Frühstück  -  auch alles mitgebracht  -  und einem kleinen Spaziergang durch den kalten aber sonnigen Morgen, waren alle wieder ziemlich unternehmungslustig.


Aufstellen zum Ständchen für Dechant Soddemann.

Zunächst bedankten wir uns bei unserem Gastgeber, Dechant Soddemann, natürlich  mit einem kleinen Ständchen, wie es sich für einen Chor gehört.
Danach ging es zu einem kleinen Frühschoppen und Mittagessen in die „Alte Post“ in Wissen. Wenn sich auch nach dem Essen eine gewisse Müdigkeit breitmachte, verflog diese schnell bei der Heimfahrt durch das wunderschön herbstlich gefärbte Bröltal. In der „Winterscheider Mühle“ konnten sich einige sogar schon wieder zu einem Stückchen Kuchen entschließen. Auf dem letzten Stück der Heimfahrt hat aber dann jeder wohl im Stillen sehnsüchtig an sein eigenes bequemes Bett gedacht.


Abfahrt von der „Winterscheider Mühle“

Trotz dieser Mühsal und einiger schmerzender Rippen waren alle Teilnehmer der Meinung, daß es ein gelungener Ausflug war, der an den nächsten Probeabenden noch für viel Gesprächsstoff sorgte und noch manchen Grund zum Lachen gab.Immer wieder hörte man dann die Frage: „Und wohin fahren wir nächstes Jahr?“

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