Aufnahme: 1943 (005)

Paul Bellinghausen

Thomasberg/Bellinghauserhohn "Unserem guten, braven Jungen gewidmet in den ersten Tagen unseres tiefen Schmerzes von Deinen Eltern. Wir beugen uns demütig Gottes heiligem Willen, doch unser Schmerz ist groß. Bellinghauserhohn, im November 1943.


Unserem lieben, unvergesslichen Paul!

Du starbst so jung, du starbst so früh,
vergessen werden wir dich nie.
Nun ruh’ aus in Gottes Frieden,
bitter beweint von deinen Lieben.

Ach, nun hat die Abschiedsstunde
viel zu früh für uns geschlagen.
Kaum der Kinderzeit entronnen
müssen wir dich schon beklagen.

Gott, den du uns hast gegeben,
uns zur Freude, uns zum Glück,
geben wehmutsvollen Herzens
ohne Murren dir zurück.

Wenn uns seine treuen Augen
von dem Bild entgegen scheinen
- wir blicken fort, das Herz erbebend,
und wir müssen weinen, weinen, weinen.

Leise nur, des Lieben Schlummer
ist so leicht, er darf’s nicht hören.
Nein, es darf der Seinen Klage
ihm die ewige Ruh’ nicht stören.

Oh, er würde Urlaub fordernd
an der Himmelpforte steh’n,
Oh, er würd’ im Himmel weinen,
könnt’ er unsre Tränen seh’n.

Unglücksel’ger fremder Schütze,
weißt Du, was du angerichtet?
Deine Kugel hat sein Leben,
uns das Erdenglück vernichtet.

Soll’n wir fluchen dir, dich hassen?
Wenig passt’s zu Christ’ Geboten.
Wenig passt’s zu unserm Denken
und am wenigsten zum Toten.

Nein - wir wollen für dich beten.
Mög’ ein gnädiges Geschicke
dir den Weg zur Heimat weisen
nach des Krieges Qual und Tücke.

Vielem Wünschen, vielem Hoffen
müssen wir jetzt still entsagen,
doch der Herr, der Kreuze sendet,
hilft den Seinen sie auch tragen.

Nein - man soll uns niemals trostlos,
nein – verzweifelt niemals seh’n,
denn der schönste Trost beim Scheiden
ist das Wort AUF WIEDERSEHN.

(Dieses Gedicht schrieben die Eltern Peter und Ludmilla Bellinghausen.)

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