Der Dichter Dr. Wolf Mohr alias Thomas Berg

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Aufnahme: 1988

Der Dichter Dr. Wolf Mohr alias Thomas Berg

Dr. Wolf Mohr - mit "Künstlernamen" Thomas Berg - aus der Strücher Ortschaft Harperoth begann ungefähr zum Anfang der 1970er Jahre neben Liedern und Gedichten auch Schüttelreime zu verfassen. Diese gab er zu verschiedenen Gelegenheiten zum Besten, wie z. B. beim Besuch seines in Thomasberg ansässigen Hausarztes, woran sich das damalige Praxispersonal im Jahre 2019 noch gut erinnern kann.

Zur Mitte der 1980er Jahre veröffentlichte er zusammen mit seinem Sohn Burkhard ein Buch mit dem Titel "Schüttelreimers Bilderbuch", zu dem sein Sohn die Karikaturen beisteuerte und dessen Cover unten zu sehen ist.

Weitere seiner Schüttelreime waren in der damaligen Siebengebirgs-Zeitung zu finden. In der Ausgabe vom 9. Juli 1976 z. B. gratulierte er einem Nachbarn in Gedichtform zum Geburtstag.

Herrn Jakob Schonauer, Harperoth, zum 80. Geburtstag

Achtzig Jahr' und ungebrochen —
Jakob ist ein harter Knochen.
Wären doch nur alle Alten
so wie er, so gut erhalten!

Früh um Sechs mit heißen Backen
sieht man ihn im Felde hacken;
und um Sieben — zu beneiden! —
hört man ihn die Hecke schneiden.

Schlägt es Acht, mit Axt und Spaten
klopft er auf die Bürokraten,
die so spät zur Arbeit rollen,
wo sie längst schon schwitzen sollen!

Dann um Neune kann man sehen
Köbes fromm zur Kirche gehen,
in der Faust des Vaters Stecken —
jeder kennt den alten Recken:

Strohhut in die Stirn gezogen,
Rückgrat steif und unverbogen,
sonntags qualmt ihm die Zigarre
auf dem Wege durch die Pfarre.

Bist nicht immer sanft gewesen,
manchmal gar ein Reisigbesen!
Immer aber frei und grade
schrittest du auf Deinem Pfade.

Mögest du trotz Widrigkeiten
so noch lange weiterschreiten;
gibst du doch dem Harperothe
eine ländlich starke Note.

Wenn wir jetzt ein Gläschen schlürfen,
wollen wir dir sagen dürfen:
Hast im Leben hart gerungen —
bisher hast du's brav gezwungen.

Mögest du, den heut' wir ehren,
lange noch mit weisen Lehren,
die wir im Gedächtnis speichern,
unser'n Unverstand bereichern.

Bleib' den Jungen und den Alten
in Steinringen noch erhalten.
Denn man sieht nicht alle Tage
einen so vom alten Schlage.

Thomas Berg

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