Aufnahme: 1921
Heisterbacher Notgeld
Vor 60 Jahren: Heisterbacher Notgeld
Wenn ein Verein 25, 50, 60 oder sogar 100 Jahre besteht, wird Rückschau gehalten. Doch erinnert man sich auch an andere geschichtliche Daten? Die meisten wohl nicht. Und doch ist es wert, einmal in die Geschichte auch unseres Landes und unserer engeren Heimat zurückzublicken.
Anfang der 20er Jahre herrschte überall in unseren Landen die allgemeine schwere Wirtschaftskrise mit Erwerbslosigkeit und Inflation.
Vor einiger Zeit berichteten wir darüber, dass die Klosterruine Heisterbach vor dem Verfall gerettet werden soll. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten stellen sicher, dass dieses historische Denkmal unserer Heimatgeschichte für die Nachwelt erhalten bleibt. Das ist heute im Jahre 1981. Und was war mit dem weithin bekannten Kloster vor 60 Jahren, im Jahre 1921? Da bediente man sich bei der schwierigen wirtschaftlichen Lage unserer Heimatgemeinden, auch des Klosters Heisterbach, der Sage um das Kloster. Am Allerheiligentag des Jahres 1921 wurde in Heisterbach eine Serie Notgeld in Umlauf gebracht. Es waren sechs Scheine, drei lauteten über 50 und weitere über 75 Pfennig. Diese Geldscheine zeigten auf den Vorderseiten Abbildungen vom Kloster und dem Klostergelände. So den Torbau, die Gesamtansicht der Kirche, das Hauptportal, die Ruine, die Gruft der Äbte und das sogenannte Mönchtörchen. Auf den Rückseiten neben einigen geschichtlichen Daten das Lied „Vom Mönch von Heisterbach" aus der Feder des Königswinterer Heimatdichters Wolfgang Müller.
Diese Notgeldserie gestaltete Franz¬Josef Krings. Die neben Bild und Text mit Heiligendarstellungen, Säulen und Wappen geschmückten Scheine tragen den Einlösungsvermerk: „Dieser Schein gilt als Zahlungsmittel nur für Heisterbach. Der Betrag der nach Bekanntmachung nicht eingelösten Scheine dient zur Erhaltung der kulturhistorischen Stätte. Heisterbach, 1. 11. 21." Es folgt die Unterschrift von Direktor Hermanns. Mit diesen Geldscheinen wurden Bemühungen dokumentiert, die Klosterruine zu erhalten. So ist das Heisterbachgeld ein Dokument heimatverbundenen Denkens und Handelns in wirtschaftlich schwerer Zeit.
Die Originale dieser Notgeldserie von Heisterbach befinden sich im Archiv der Stadtsparkasse Bad Honnef. gst.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.