Umgebung des Blauen Sees

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1994 (2)

Umgebung des Blauen Sees

Der Erzähler erinnert sich noch genau an die markanten Stellen im Uferbereich, wie z. B. an das Inselchen. „Et Inselche" , wie der relativ flache Zugang zum „Buhrsch Broch" genannt wurde, war durch den Tunnel oder über Felstreppen zu erreichen. Hier war der Eingang zum Steinbruch und gleichzeitig auch der Platz zum Umkleiden. Gleich daneben stand eine Trauerweide am Bremsweg, dem alten Eingang in die unteren Bereiche des Bruches, als die Basaltsteine noch gefördert wurden. Von hier aus konnte man eine Felsspitze sehen, die von den Mutigen erklommen werden konnte. Ein Sprung ins Wasser von dieser Höhe aus war nur den Mutigsten vorbehalten. Etwas entfernt, am sogenannten „decken Steen" (= dicker Stein), soll der See seine tiefste Stelle haben. Bei einer Schwimmrunde im Blauen See kam man dann an einer am Ufer wachsenden Trauerweide vorbei. Nur einer wie Tarzan brachte den Mut auf, von dieser Weide hinunter ins kühle Nass zu springen. Diese Stelle im Wasser war auch Laichplatz für die Fische, welche von den ehemaligen Steinbrucharbeitern eingesetzt worden waren. „De gruße Sand" war eine größere Fläche mit Tuffsteinsand, die bei entsprechendem Wetter lange Zeit von der Sonne beschienen wurde und zum Sonnenbaden einlud. Von hier aus gab es einen kleinen Kletterweg zum Rand des Bruches. „De kleene Sand" war ein kleinerer Uferbereich, der auch mit Tuffsteinsand bedeckt war. Er lag jedoch permanent im Schatten. „Et Küppche"  (kleine Kuppe) war ein Sprungturm, bei dem man aus zwei verschiedenen Höhen abspringen konnte. Den meisten reichte die Absprunghöhe bei 2 Metern. Nur die geübten Springer zeigten ihr Können vom höchsten Punkt der Kuppe, der bei 3,50 m über der Wasseroberfläche lag.

Um sich in diesem eben beschriebenen Umfeld als Schwimmer zu betätigen, mussten die Neulinge gewisse Mindestanforderungen erfüllen. Zuständig für die Überprüfung war Hermann Thomas oder einer der älteren Jungs. Wer die Frage „Kannst du schon schwimmen" nur mit „nein" beantworten konnte, bekam als Antwort „Komm wieder, wenn du es kannst". Bei einem „ja" mussten einige Prüfungen bestanden werden, die man in Begleitung von 2 geübten Schwimmern zu absolvieren hatte.
1. Schwimme vom großen zum kleinen Sand, ohne anzulegen.
2. Schwimme vom Inselchen zum großen Sand und zurück, ohne anzulegen.
3. Schwimme eine Runde im Bruch, ohne anzulegen (Wichtig wegen großer Temperaturunterschiede an der Wasseroberfläche).
Nach bestandener Prüfung bekam man dann noch einen guten Rat mit auf den Weg, nämlich in der ersten Zeit nicht alleine hier zu schwimmen. Es ist anzunehmen, dass sich alle an diesen guten Ratschlag gehalten haben. Soweit bekannt ist, kam im „Buhrsch Broch" keiner beim Schwimmen zu Schaden.

Quelle
Ausschnitt aus Foto des
Zur Verfügung gestellt von
Walter Weber
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