Aufnahme: 2020

Friedrich Müller

Am 15. Januar 1934 wurde Friedrich Müller als 3. von 7 Kindern der Eheleute Wilhelm und Margarete Müller in Heisterbacherrott geboren. Nach dem Krieg ging er in Oberpleis in die Lehre und erlernte das Handwerk eines Raumausstatters. Nach seiner Vermählung mit Therese Becker eröffneten beide ein Geschäft für Raumausstattungen und später auch für Damenkonfektionen.

Früh wurde er durch die Aktivitäten seines Vaters in Vereinen mit ins örtliche Vereinsleben einbezogen. Durch seine persönlichen Einsätze im Vereinsleben, Politik und Wirtschaft kam er zu vielen Ehrenämtern.

Anfang der 1960er-Jahre wurde er durch eine politische Unzufriedenheit in der Gemeinde  herausgefordert. Nachdem er mit einer jungen Gruppe von der Bevölkerung in den Gemeinderat gewählt worden war, wurde er durch seine persönlichen Einsätze 1964 Bürgermeister der Gemeinde Heisterbacherrott und damit der jüngste Bürgermeister in Nordrhein Westfalen.

In seiner Amtszeit als Gemeindebürgermeister in Verbindung mit den Zuschüssen der Bundesregierung aus Bonn wurde in jenen Jahren die Infrastruktur des Ortes erheblich verbessert.

So konnte zum Beispiel um 1965 durch privat geführte Gespräche von ihm mit den entsprechenden Leuten der Stadt Köln die damalige kleine Gemeinde, vor Verkauf des Fronhofes mit den dazu gehörenden Ländereien, die Fläche zwischen Stenzelbergstraße und Dollendorfer Straße (35.000 qm) verbilligt von der Stadt Köln erworben werden. Bedingung war bei diesem Kauf, dass dieses Gelände nur für öffentliche Zwecke genutzt werden durfte.

Durch den Ankauf dieses Landes konnte die Stenzelbergschule und später das evangelische Gemeindezentrum gebaut und der große Parkplatz angelegt werden.

Auch bewirkte er, dass das Gelände um Nikolauskapelle und Weiher für die Öffentlichkeit als Bürgerpark zugänglich wurden.

Nach der kommunalen Neuordnung 1969 und damit Auflösung des Gemeinderates wurde er Stadtratsmitglied in der neuen vergrößerten Stadt Königswinter.

In seiner Zeit als Bürgermeister und später auch als Stadtratsmitglied hatte er immer Zeit und ein offenes Ohr für jeden Bürger, wodurch viel Ärger erspart und vieles auf kurzem Weg abgeklärt und erledigt werden konnte.

Für seine 25-jährige Tätigkeit im kommunalen Bereich, als auch für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten in Vereinsleben, Wirtschaft und Politik wurden ihm 1981 der Ehrenring der Stadt Königswinter und 1982 das Bundesverdienstkreuz überreicht.

Als ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender agierte er von 1973 -1989 bei der Raiffeisenbank Siebengebirge.

1947 kam er durch den Tambourverein zur Musik. Später baute er hieraus den „Musikzug Bergklänge“ auf, indem er 25 Jahre den Vorsitz hatte. In dieser Zeit wurden von ihm Musikfeste organisiert, die von Musikern aus In- und Ausland und auch von Gästen gerne besucht wurden.  

Durch ein Krippenspiel entdeckte er die Liebe zur rheinischen Mundart, was ihn 1984 zur „Sproch- und Spelljrupp“ in Niederdollendorf führte, deren Geschicke im Anschluss 15 Jahre lang in seinen Händen lagen. Der Höhepunkt war hier die Aufführung „ Et Kölsche Spell vom Jedermann“ in der Klosterruine Heisterbach.

Auch das Sammeln von alten Bildern, Dokumenten und Zeitschriften war eines seiner Leidenschaften. Er machte Bildausstellungen und mit diesen Unterlagen konnten viele Dorfchroniken und vor allem die virtuellen Museen bereichert werden. Bis zu seinem Tode im April 2021 war das virtuelle Museum für ihn eine Herzensangelegenheit.

Viele Bürger von Heisterbacherrott werden ihn durch sein Wirken in Erinnerung behalten.

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