Aufnahme: 2015

Das erste private Schulgebäude in Heisterbacherrott

Lambert Klein, Sohn von Wilhelm und Maria Klein aus Bennerth wurde in Kloster Heisterbach von Pater Nivard Krämer, genau wie andere besser gestellte Kinder, im Lesen und Schreiben unterrichtet. Klein tat sich durch seine Begeisterung zu diesen Fächern besonders hervor. Nach der Auflösung des Klosters 1803 war im Kloster kein Unterricht mehr möglich und so machte er das Lehren zu seinem Beruf. Auf privater Basis unterrichtete er interessierte Kinder, in dem er bei besser gestellten Familien gegen ein kleines Entgelt in einem von ihnen zur Verfügung gestellten Raum Kinder lehrte. Der Zulauf war so stark, dass er 1828 einen größeren Raum anmietete, der sich nach Beschreibung vermutlich hier in diesem Haus, Ecke Lauterbachstraße-Petrusstraße befand. Damit war dieses Haus das erste „private Schulgebäude“ hier im Ort. Man sprach schon bald von einem eigenen Schulbezirk Heisterbacherrott.

Diese Art der privaten Unterrichtung verbreitete sich hier in der Gegend so schnell, dass der Generalgouverneur des Herzogtum Berg, Justus Gruner am 16.5.1814 eine Anordnung heraus gab, nach der alle Privatschulen einer staatlichen Aufsicht unterstellt und die Lehrer an diesen Schulen eine sechswöchige Ausbildung mit einer abschließenden Prüfung in einem Lehrerseminar absolvieren mussten. Dies galt auch für Lambert Klein. Er bestand die Prüfung und durfte danach seinen vorherigen privaten Unterricht als staatlicher Lehrer fortsetzen.

1820 war Lambert Klein der einzige Lehrer in der Bürgermeisterei Oberkassel, der die Lehrtätigkeit hauptberuflich ausübte. 

1848 war es dann soweit, dass ein eigenes Schulgebäude an der heutigen Oelbergstraße bezogen werden konnte.
 

Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller / Winfried Görres Sterbeurkunde von Lambert Klein; Hier klicken
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