Aufnahme: 1983

Sprengung der Autobahnbrücke bei Grengelbitze

Dreispuriger Autobahnausbau kann weitergehen

gst. Rund 4000 Tonnen Stahl und Beton wurden am vergangenen Wochenende in die Luft gesprengt. Dabei handelte es sich um zwei Brücken über die Autobahn im Bereich der Stadt Königswinter, nämlich um die Autobahnbrücke bei Nieder- und Oberscheuren, die pünktlich um 17 Uhr am Samstag in die Luft flog und dann zu Boden stürzte, und um die Autobahnbrücke der Landstraße Dollendorf-Oberpleis, wo die neue Brücke schon seit Jahren als Torso in der Landschaft stand, ehe sie in den letzten Wochen fertiggebaut und an die Straße angeschlossen wurde.

Während der Sprengung war die Autobahn für rund 20 Stunden total gesperrt, bedingt durch die Aufräumungsarbeiten. Grund für die Sprengung war die Tatsache, dass die Autobahn nun in beiden Fahrtrichtungen dreispurig ausgebaut wird. Im Bereich des Siebengebirges war die Autobahn nämlich noch nicht dreispurig. Gerade im Streckenabschnitt Siebengebirge kamen die Lastwagen schlecht hoch, und deshalb kam es dort immer wieder zu Stauungen.

Der Ausbau der Autobahn auf insgesamt sechs Spuren kostet 16,5 Millionen DM. Dabei handelt es sich um Erd-, Entwässerungs- und Deckenbauarbeiten sowie die Kosten für den Abbruch der beiden Brücken. Der Neubau der beiden Brücken - beide waren schon fertig - verschlang weitere 2,7 Millionen DM.

Zahlreiche Polizeibeamte sorgten bei den Sprengungen am Samstagnachmittag für die Absperrung. Ein Polizeihubschrauber ermahnte die Bevölkerung aus der Luft nicht zu nahe an die Sprengstellen heranzugehen. Im Umkreis von 500 Meter wurde abgesperrt. Doch in den Büschen versteckten sich immer wieder Waghalsige, um möglichst nahe dabei zu sein und entsprechende Bilder zu „schießen". Aber auch diese Verstecke mussten geräumt werden, bevor die Sprengung erfolgte, daher die Verzögerung um 20 Minuten. Um die Autobahnfahrbahn nicht durch herabstürzende Trümmer zu beschädigen, hatte man etwa einen Meter hoch Sand und Erde aufgebracht. Ebenso wurden die neuen Brücken vor Beschädigungen geschützt.

Die Brücke der Dollendorfer Straße wurde mit 600 Sprenglöchern und 400 Kilo Sprengstoff in die Luft gejagt. Die Brücke zwischen Rauschendorf und Scheuren hatte 300 Sprenglöscher, die mit 100 Kilo Sprengstoff besetzt waren. Eine Stolberger Firma führte die Arbeiten aus. Sprengmeister waren Karl Prinz für die Dollendorfer Straße und Günther Kessels für die Brücke bei Scheuren.

Die Bewohner der unmittelbar anliegenden Häuser wurden mit Flugblättern von der Sprengung in Kenntnis gesetzt. Sie mussten die Fenster geschlossen halten und die Rolläden herunterlassen, um Glasschäden an den Fenstern zu vermeiden.

Während die Sprengung der Brücke in Scheuren einwandfrei klappte, blieb an der Dollendorfer Straße ein Pfeiler stehen. Er war aber so angeknackt, dass er ohne eine weitere Sprengung entfernt werden konnte.

Quelle
Siebengebirgs- Zeitung Nr. 8. vom 25. 02.1983
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller/Winfried Görres
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