Eine Geschichte um Geschichten " Die Schützenhalle"

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1967

Eine Geschichte um Geschichten " Die Schützenhalle"

Die Geschichte der Schützenhalle beginnt mit einem „Kuckuck" - dem Amtssiegel von Siegburg. Bald hundert Stunden hatten Sportbegeisterte gearbeitet, Büromenschen Balken geschleppt, Maurer Teer gerührt und Melker Stempel lackiert, als ihr Werk behördlich plombiert wurde. An dem, was zur Wettkampf- und Trainingsanlage des eben gegründeten Sportschützenclubs Heisterbacherrott- Thomasberg werden sollte, prangte höchstamtlich die Mitteilung, dass mit Gefängnis bestraft werde, wer. . .

„Was soll nun werden?" fragte die „Bonner Rundschau", und der „Bonner General-Anzeiger" schlagzeilte: „Sportschützen resignieren!" Tatsächlich herrschte Resignation in den Reihen des Vereins, und auf die Frage, was nun werden solle, gab es bald eine klare Antwort von Seiten der Behörden. Resümee vieler Verfügungen: Abbruch des Schießhallenrohbaus! Enttäuscht wie entmutigt, in der Meinung auch, hinreichend Freizeit und Taschengeld vergeblich geopfert zu haben, kehrten denn erste Mitglieder dem Verein den Rücken.

Doch der Stamm, die Schar der Unentwegten, raffte sich bald zu neuer Aktivität auf. Unter Führung Ihres Vorsitzenden Franz Kuhl strebten die Sportschützen die Errichtung eines festen Baues an, wie ihn die Behörden zu genehmigen bereit schienen. Kaum aber war die Zustimmung von amtlicher Seite sicher, da wurden auch schon neue Schwierigkeiten offenbar. Kurz gesagt: Alle Bemühungen scheiterten an der Grundstücksfrage. Wieder gab es Enttäuschung und Unmut; die Reihen des Vereins lichteten sich.

Indes - die Strategen steckten nicht auf. Wenn schon der Bau einer Schießhalle nicht gelingen sollte, mochte man sich wenigstens ein Provisorium schaffen, um für die Wettkämpfe in Kreis und Bezirk trainieren zu können. Das Grundstück dafür fand sich im „Jägerhof". Und während sich der SSC-Vorsitzende Kuhl erst in Kliniken und Sanatorien von einem Herzinfarkt - bedingt sicher auch durch allen Ärger in Sachen Schützenhalle - erholte, griffen die Schützen wieder einmal zum Handwerkszeug.

Der Eifer eines Mannes war alten Vorbild: Günter Himstedt, dem zweiten Schießwart, ist es im Wesentlichen zu verdanken, dass aus Holz, Eisen und Stein ein Schützenstand wurde. Schon nach den ersten Arbeitstagen aber war deutlich: das ist kein Provisorium mehr! So entstand denn doch noch, nach bald zweijährigem Mühen, nach wiederholten Enttäuschungen auf großem Eifer hin, die ursprünglich geplante Franz-Kuhl-Schießhalle, die heute ihrer Bestimmung übergeben wird. Kommentar des Kreisschießwartes Hermann Frömbgen nach der ersten Inspektion. „Mit dem Ding kann Heisterbacherrott sich sehen lassen!".

Quelle
Aus Festschrift vom Sportschützenklub
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller / Winfried Görres
Räume & Galerien
Vereine Heisterbacherrott
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