70 Jahre Junggesellenverein "Frohsinn" Heisterbacherrott

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1966

70 Jahre Junggesellenverein "Frohsinn" Heisterbacherrott

Im Oktober des Jahres 1896 wurde in Heisterbacherrott, in der damaligen, Bauernschenke Röttgen - der heutigen Bäckerei und Postagentur Pütz - der Junggesellenverein „Frohsinn" ins Leben gerufen. Zu den Gründern gehörten: Johann Pütz, Johann Münz, Hermann Mehren Mathias Münz, Christian Otto und Josef Quardt, die mit soviel Begeisterung und Intensität diesem Verein zugetan waren, dass sie es fertig brachten, schon im 1. Jahr 65 Mitglieder zu verzeichnen. Der Posten des 1. Vorsitzenden wurde Johann Pütz und der des 1. Fähnrichs Wilhelm Otto anvertraut. Jeder Junggeselle nach Vollendung des 18. Lebensjahres konnte Mitglied werden. Er musste allerdings im Besitze seiner Ehrenrechte sein. Sinn und Zweck des Vereins ist es, die Jugendlichen zusammenzuführen, am Dorfgeschehen teilzunehmen, die weltlichen und kirchlichen Feste mitzugestalten und zu unterstützen. Bei der Hochzeit eines Dorfmädels oder Jungen wird vom Junggesellenverein die so genannte "Jura" gefordert.

Es handelt sich dabei um eine aus alten Zeiten überlieferte Ästimierung des Brautpaares. Eine eigens für diese Gelegenheit gedichtete Jura wird aufgesagt und anschließend das Fähndel geschwenkt. Im Junggesellenverein werden der Gemeinschaftsgeist und das Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert, die für die Beständigkeit des Vereins unerlässlich sind. Das erste Stiftungsfest wurde im damaligen Vereinslokal „Lichtenberq" gefeiert. Zum Beginn des 1. Weltkrieges musste das Vereinsleben brachgelegt werden. Viele Mitglieder wurden eingezogen und ein Teil blieb auf dem Felde der "Ehre" oder musste in die Gefangenschaft. Trotz der vergangenen Kriegsjahre und trotz aller Verluste, die der Verein erlitten hatte, fand sich die Jugend nach dem Krieg wieder zusammen und ließ den Verein unter dem neu gewählten Präsidenten Anton Müller aufleben. In den nachfolgenden Jahren schieden zahlreiche Mitglieder aus. Die entstandenen Lücken wurden jedoch immer wieder durch Neuzugänge ausgefüllt.

Nach Anton Müller wurde Heinrich Nietzer zum 1. Präsidenten des Vereins gewählt. Nach ihm amtierte Andreas Henseler. Wie aus den Berichten dieser Zeit zu entnehmen ist erlebte der Verein unter diesen Männern neuen Aufschwung. Mittlerweile wurden die Vereinslokale gewechselt. Von "Lichtenberg" ging es zu .Lehmacher" und weiter zum heutigen Vereinslokal "Jägerhof". Klemens Quardt als nächster und später Johann Müllenholz als 1. Präsident machten sich - wie ihre Vorgänger - um den Verein verdient.  Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges kam unter der Präsidentschaft von Johann Müllenholz das Vereinsleben wieder zum Erliegen. Die Jugend wurde eingezogen. Viele Mitglieder fanden den Heldentod oder mussten für Jahre in Gefangenschaft. Unter Präsident Josef Wasser wurde der Junggesellenverein nach dem Kriege wieder neu ins Leben gerufen. Die Zeitverhältnisse ließen• es nicht zu, dass im Jahre 1946 das 50jährige Bestehen gefeiert werden konnte.

Es wurde 3 Jahre später unter Präsident Heinz Göbbels gefeiert. 1954 musste der Verein ruhen, nahm aber 1955 unter der Präsidentschaft von Hermann-Josef Mehren seine Tätigkeit wieder auf. Fritz Müller gestaltete dann am 18. August 1956, als Nachfolger von Hermann-Josef Mehren, das 60. Stiftungsfest. Aus diesem Anlass wurden folgende Vereinsgründer mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet: Wilhelm Otto, Christian Otto, Heinrich Mehren, Mathias Münz, Johann Münz und Wilhelm Müllenholz. Die ehemaligen Präsidenten und Fähnriche wurden mit der Silbernen- Ehrennadel ausgezeichnet. Die Chronik weist als nächste Präsidenten Ludwig Müller, Hilarius Horn und Franz Müller aus. Diese Präsidenten helfen dem Verein noch heute durch ihre guten Ratschläge. Besondere Jubelfeste sind: das Maifest, der Martinsball und der Silvesterball.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 36 vom 09.09.1966
Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt
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