25. Stiftungsfest des Junggesellen=Vereins „Frohsinn" Heisterbacherrott.

Aufnahme: 1924

25. Stiftungsfest des Junggesellen=Vereins „Frohsinn" Heisterbacherrott.

Unter dieser Überschrift war am 13. Mai 1924 in der Oberkasseler Zeitung zu lesen:

Trommelwirbel und Paukenschlag leiteten in der Morgenfrühe des ersten Maisonntags in Heisterbacherrott ein herrliches Fest ein; der Junggesellen=Verein „Frohsinn“ feierte sein 25jähriges Bestehen. Gar früh war Alt und Jung im Dorfe auf den Beinen; denn die Junggesellen sind bei ihren Mitbürgern mit Recht hochgeachtet und beliebt. Getreu seinem Ziele, das die Mitglieder seit fünfundzwanzig Jahren zusammenhält, dem Streben nach wahrer Sittlichkeit und echter Religiösität, begann der Verein seinen Ehrentag mit einem feierlichen Hochamt. Anschließend an die kirchliche Feier fand nach uralter Sitte das Fahnenschwenken statt, und die sach= und fachkundige Zuschauerschaft verfolgte die geschickten Bewegungen des Fähnrichs, Herrn Wilh. Weber mit regem Interesse.

Am Nachmittag begann die Feier um 2 Uhr mit Empfang der auswärtigen Vereine, Abholen des Präsidenten, des Gründungspräsidenten und der Ehrendamen. In großem Zuge gings dann durch den ganzen Ort und unter Teilnahme der gesamten Bürgerschaft veranstalteten die Fähnriche der festteilnehmenden Vereine ein großes Schaufahnenschwenken, das die öffentliche Feier abschloß.

Nun begab sich die Festgesellschaft in den Lehmacherschen Saal, wo in kleinem Kreise die eigentliche Feier stattfand. Herr Heinrich Nietzer 2, der Präsident des Vereins, begrüßte mit herzlichen Worten die Teilnehmer und erteilte sodann dem Gründungspräsidenten Herrn Johann Pütz das Wort zur Festrede. Der Redner erwog mit bedächtigen Worten zunächst den Wert eines Festes nach einem Vierteljahrhundert blühenden Lebens. Er freue sich als Gründer, daß er diesen Ehrentag mitfeiern könne, besonders da nach dem Kriege die Hoffnung auf ein Wiederaufleben der geselligen Vereine in deutschen Landen nicht allzu groß gewesen sei. Er danke dem jetzigen Vorstande für den Eifer, mit dem er die alten Traditionen wieder aufgegriffen und den Verein zu neuem Blühen gebracht habe. Er gedachte sodann der Gefallenen, die an diesem schönen Fest nicht mehr teilnehmen könnten. Zum Schlusse ermahnte er die Mitglieder auch künftighin an den Prinzipien und Satzungen festzuhalten, damit nach weiteren fünfundzwanzig Jahren die Junggesellen von Heisterbacherrott in harmonischer Gemeinschaft das goldene Jubelfest feiern können. Auf das Blühen, Wachsen und Gedeihen des Junggesellenvereins „Frohsinn“ brachte er dann ein dreifaches Hoch aus.

Im weiteren Verlauf des Festes brachten die Ortsvereine, der Gesang=Verein „Gemütlichkeit“ und der Turn=Verein „Siebengebirge“ ihre Glückwünsche dar. Gleich zu Anfang des Festes hatte Frl. Pütz, die Tochter des Gründungspräsidenten einen Prolog gesprochen; im Anschluß daran überreichten die Ehrendamen einen silbernen Fahnenkranz. Sehr viel zur Verschönerung der Feier trug der M.=G.=V. „Gemütlichkeit" bei, der unter der Leitung seines Dirigenten, Herrn Lehrer Wilnecker, mit feinem Verständnis mehrere Volkslieder zum Vortrag brachte. Der Verein verfügt über gutes Stimmaterial und steht unter der Hand eines tüchtigen Dirigenten.

An die offizielle Festfeier schloß sich selbstverständlich der gemütliche Teil der Veranstaltung an, der die Mitglieder und Gäste noch mehrere Stunden zusammenhielt.

Quelle
Oberkasseler Zeitung vom 3. und 13. Mai 1924 (im Archiv der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn)
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