Aufnahme: 1980
Traumreise der Tennisjugend von Grün-Weiß Gut Buschhof vom 12. bis 31. August 1980
"Eine Traumreise nach Mexiko arrangierte Präsident Gerd Mertins unseren Jugendlichen im vergangenen Sommer. Auf der Ranch des Präsidenten verlebten sie nicht nur herrliche Ferientage, die 30 Jungen und Mädels lernten Land und Leute kennen, knüpften Freundschaften und bildeten so ein belebendes Element deutsch-mexikanischer Freundschaft.
Die Reise nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Mit Braniff wurde die Strecke Frankfurt - Dallas - San Antonio hin und zurück gebucht, und von dort ging es mit einem Air-Conditioned-Bus über Laredo nach Saltillo. Der Gouverneur der Provinz, Oskar Florez, empfing die Gruppe, hielt einen Vortrag über die mexikanische Geschichte und sprach den Wunsch aus, die mexikanisch-deutschen Beziehungen, wo nur möglich, zu verbessern. Weiter ging es nach einer Stadtrundfahrt nach Durango.
Die Mädchen waren im Gästehaus der Ranch Martinez untergebracht, die Jungen bewohnten verschiedene Häuser einer Western-Village, die eigentlich zum Drehen von Wildwestfilmen hergerichtet war. 30 Pferde mit Sätteln standen zur Verfügung. Es wurden Ausritte in größeren und kleineren Gruppen organisiert mit Biwak und Picknick. Der erwartete Sonnenbrand traf planmäßig ein, es gab 'durchgerittene' Hinterteile, und auch die Auswirkungen der Höhe (1900 Meter) machten sich bemerkbar. Dennoch tat dies der Freude keinen Abbruch.
Der Durango Compeste Club (Golf, Tennis, Schwimmen) stellte seine Einrichtungen großzügig zur Verfügung, und eine gleichstarke Tennisgruppe des Clubs half mit, die deutschen Besucher zu betreuen. Disco-Abende im Western-Stil wurden in der Ville de Weste organisiert, Kirchen besucht, Stadtrundfahrten gemacht und überdies ein Besuch der Durango-Wasserfälle durchgeführt. Die berühmte Eisenbahnfahrt nach Los Mochis mußte ausfallen, da die Strecke durch starke Regenfälle beschädigt war.
Die eigene Tennisanlage der Rancho Martinez wurde zünftig mit einer Flasche Chamous eingeweiht. Das Eröffnungsspiel Wichard Floryn gegen Gert Dornscheidt im Single gewann der Letztgenannte, und im Mixed siegten Pauline Floryn und Alfred Eichblatt aus Wien gegen Yvette Floryn und Helmut Mertins. Höhepunkt der Freundschaftsspiele war ein Match des
mexikanischen Jugendmeisters Serjo Aregana gegen Nicki Marchand, das Nicki nach anfänglichen Schwierigkeiten gewann. Ein internationales Doppel des Freundschaftsspieles Mexiko gegen Österreich/Deutschland fand großen Anklang.
Von Durango ging es über die Sierra del Madre nach Mazatlan an der Pazifikküste, sicherlich ein Höhepunkt der Reise. Para-Sail (Fallschirmsegeln hinter einem Motorboot), Segeln, das tägliche Bad in den riesigen Wellen des Pazifik und Tiefseefischen mit drei Booten begeisterten alle. Als Fischfangmeisterin erwies sich Eva Dornscheidt. Ein Fischessen im international bekannten 'Shrimp-Bucket' war der lukullische Abschluß.
Zurück in Durango gab es einen großartigen Empfang beim Gouverneur Dr. Garnez, der sich ausführlich mit der Gruppe unterhielt. Als Dolmetscher fungierten Ivo Jander-Stute und die Sekretärin Claudine. Auch Dr. Gamez wünschte größere Intensivierung der Beziehungen zwischen Mexiko und Deutschland und würde sich freuen, wenn die Stadt Durango (250000 Einwohner) Patenstadt der Stadt Königswinter werden könnte. Auch habe die Durango-Provinz noch keinen deutschen Konsul, was wünschenswert wäre, zumal seit Hunderten von Jahren deutsche Bergleute in der Sierra de Madre arbeiten.
Ein von den Jungen und Mädchen organisierter Abschiedsabend bewies, daß sich Deutsche und Mexikaner sehr gut vertragen. Geschenke wurden ausgetauscht. Bei einigen fingen die Koffer schon an zu bersten, vornehmlich bei Till Hoffmann, der unbedingt 35 verschiedene Kakteensorten mit nach Hause nehmen wollte und darüber sogar seinen Paß vergaß.
Die Rückfahrt nach San Antonio wurde über Piedro Negras und den Eagle-Paß angetreten. Dies war ein strapaziöser Tag, da bei unheimlich trockener Hitze 850 Kilometer in einem Zug zurückgelegt werden mußten. Busfahrer Roy war aber inzwischen 'Mitglied' der großen Familie geworden, und so halfen ihm alle tüchtig beim Zurücklegen dieser großen Strecke. Auf dem Eagle-Paß wurde noch einmal übernachtet, und dann gab es einen unvergessenen Abschiedsabend in San Antonio mit Bootsfahrt durch die herrliche Innenstadt. Über Dallas/Fort Worth mit vierstündiger Stadtbesichtigung ging es in zehneinhalb Stunden zurück nach Frankfurt.
Mit Western-Hüten präsentierte man sich hier den wartenden Eltern. Auf Gut Buschhof dankte Vorsitzender Erich Worms in Anwesenheit der 'Mexikaner'-Eltern Gerd Mertins dafür, den Jugendlichen des Clubs dieses einmalige Erlebnis ermöglicht zu haben.
Über die Reise selbst wurde von den Jugendlichen ein Film gedreht, der 'abendfüllend' im Haus des Präsidenten vor Eltern und Teilnehmern die großartigen Erlebnisse dieser drei Wochen Revue passieren ließ."
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