Gründung des TC Grün-Weiß Gut Buschhof

Aufnahme: 1973

Gründung des TC Grün-Weiß Gut Buschhof

Wie alles begann . . .

Am Anfang der Clubgeschichte standen zwei Damen: Ursula Mertins und Helmi Vielain. Die beiden Freundinnen beschlossen eines Tages, Bewegungssport zu betreiben und damit etwas für die Gesundheit zu tun. Tennis war im Kommen, zudem schick, und so ließ sich der Exporteur Gerhard Mertins nicht lange bitten, auf dem ehemaligen Reitparcours seines neugewonnenen Besitzes Gut Buschhof einen Tennisplatz zu errichten.

Die sportlichen Damen im Tennislook fanden bald reichlich Zaungäste, Neugierige sowie fachsimpelnde "Kritiker". Aus ihrem Kreis kamen die ersten Mitspieler. Da es dem einen oder anderen noch schwer fiel, die weiße Filzkugel mit dem damals gebräuchlichen Holzschläger exakt zu treffen, engagierte der spätere Clubpräsident einen "Experten", der die weiblichen, inzwischen durch tennisbegeisterte Männer verstärkten Cracks, trainieren sollte. Dieser Trainer hieß Trams, kurz T.T. genannt, hatte "gedient" und seine sportliche Ausbildung auf zahlreichen Kasernenhöfen erworben. Entsprechend dieser Qualifikation gestaltete er das Trainingsprogramm. Erstspieler und Mitbegründer Heinz Vielain klingt es noch in den Ohren: "Lauf Dicker, Sie lahme Ente Sie... ." T.T. mußte sich verabschieden, als er mit der Idee aufwartete, rund um den Tennisplatz ein "Freikörper-Kulturzentrum" zu errichten. Das ging Gerhard Mertins entschieden zu weit.

Nicht nur, dass sich in der Landwirtschafts- und Sportidylle Gut Buschhof viel Heiteres abspielte, ehe es mit der Clubgründung ernst wurde. Auch die erste Gründungsversammlung im Haus der Mertinsfirma Merex am Rhein, der späteren Residenz des Botschafters von Uganda, geriet zu einem Possenspiel. Sie scheiterte. Anlass und Auslöser war ein livrierter Diener, der auf Glockengeläut des Hausherrn hin die Biergläser zu füllen hatte. Statt der geplanten Beratung über künftige Vereinsstatuten kam es zur abendfüllenden kontroversen Diskussion über die Unarten feudalistischen Gehabes. Man ging unverrichteter Dinge auseinander.

Auch ein zweiter Anlauf wurde zum Fehlstart. Zwar verzichtete nunmehr Hausherr Mertins auf Diener und Glöckchen, doch keines der designierten Vorstandsmitglieder war bereit weiterzumachen, als dieser die Versammlung mit der Gebärde des noblen Schenkers eröffnen wollte. Verärgert ließ der Gutsbesitzer einen Hundertmarkschein im Aschenbecher verglühen. Das wurde wieder als Provokation empfunden und die Clubgründung vertagt.

Erst beim dritten Versuch klappte es mit der Vereinsbildung: Am 12. Januar 1973, zwischen 20 und 23 Uhr, wurde der TC Grün-Weiß Gut Buschhof aus der Taufe gehoben. "Taufzeugen" waren die Hauptinitiatoren des Gründungsjahres Bernd Caspari, Heinz Hambrusch, Friedrich Heiner, Klaus Michel, Ursula Mertins, Gerhard Mertins, Sibylle Pflugrath, Peter Scheibner, Friedrich Schmitz-Winnenthal, Heinz Vielain, Peter Volkmann und Manfred Warnke. Bereits am nächsten Tag erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Königswinter. Gerhard Mertins wurde Präsident, Manfred Warnke 1. Vorsitzender. Ihm zur Seite standen in der Aufbauphase Klaus Michel als Schatzmeister, Peter Scheibner (Planung und Organisation), Bernd Caspari (Sportwart) und Ursula Mertins (Jugendbetreuung). Heinz Vielain hatte dafür zu sorgen, als Wart für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Neugründung in kurzer Zeit ein ansprechendes Image zu verschaffen. Er war vom Fach.

Die Zielsetzung des Clubs war weitgespannt: "Über die Schwerpunkte Sportförderung und Jugendpflege hinaus", hieß es in der Formulierung des ersten Vorstandes, "will der Club Trimm-Dich-Aktionen der ortsansässigen Bevölkerung fördern, um einen Beitrag zur Gesundheitspflege zu leisten." Ein weiterer Schwerpunkt war die Förderung der Geselligkeit. Flankierend zu diesen Vorhaben beschlossen die Gründer, Aufnahmegebühren und Jahresbeiträge im Rahmen der Möglichkeiten besonders niedrig zu halten. Auf diese Weise sollte dazu beigetragen werden, Tennis auch im Siebengebirgsbereich als Breitensport populär zu machen.

Der Bedarf war da: Wenige Wochen nach der Vereinsgründung zählte der Tennisclub bereits rund 300 Mitglieder, wobei jeder Neuzugang beim Präsidenten seinen "Antrittsbesuch" zu absolvieren hatte. Eine Übung, die meist mit einem ausgedehnten Begrüßungscocktail in der Bar der Mertinsvilla ausklang. Wer in den Club eintreten wollte, mußte zudem zumindest einen "Bürgen" beibringen, der im Aufnahmeantrag schriftlich festgehalten wurde. Der Präsident wollte die Kontrolle darüber behalten, wer in "seinen" Club drängte. Dieses Verfahren wurde in den Anfangsjahren beibehalten und seine Einhaltung von den Vorständen überwacht.

Quelle
Chronik 1973 - 1998 Grün-Weiß Gut Buschhof
Zur Verfügung gestellt von
Tennisclub Grün-Weiß Gut Buschhof
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