Die Kaiserliche Post vor ihrer letzten Fahrt von Oberpleis nach Oberdollendorf durch den historischen Verkehrsknotenpunkt in Thomasberg-Grengelsbitze

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Aufnahme: 1899

Die Kaiserliche Post vor ihrer letzten Fahrt von Oberpleis nach Oberdollendorf durch den historischen Verkehrsknotenpunkt in Thomasberg-Grengelsbitze

Die heutige Dollendorfer Straße, die durch den Kreisverkehr in Grengelsbitze verläuft, war schon im 19. Jahrhundert eine Verbindungsstraße vom Rhein bis ins Oberpleiser Hügelland. Von Niederdollendorf kommend ging es für Fußgänger, Pferde- und Ochsengespanne bergauf an der Trassmühle und an der Nordseite des Weilbergs vorbei über den „Langemich“ (heute Langenberger Weg), dann wieder bergab nach Heisterbacherrott über den Lauterbach und entlang des heutigen Gubener Wegs bis zur Stelle, an der zum Ende des 19. Jahrhunderts eine Brecheranlage gebaut wurde (siehe Link unten: Die Brecheranlage Uhrmacher). Von hier führte die Straße nach Oberpleis weiter auf der heutigen Dollendorfer Straße, dann kurz vor der ehemaligen Gaststätte Stang/Palm über den heutigen Steinweg bis zur ehemaligen Gaststätte Mohr/Weiler und weiter über die Landstraße ins Pleistal.

Um etwa 1855 wurde die neue Provinzialstraße unmittelbar am Kloster Heisterbach vorbei und südlich des Weilbergs bis nach Heisterbacherrott gebaut, so dass der mühsame und steilere Weg über den Langemich gemieden werden konnte.

Ungefähr im Jahre 1869 wurde von der Kaiserlichen Oberpostdirektion eine Postkutschenverbindung zwischen Niederdollendorf und Oberpleis eingerichtet, womit eine Personenbeförderung vom Rhein ins Hinterland ermöglicht wurde. Diese Verbindung wurde 1899 wieder eingestellt, nachdem mittlerweile die Heisterbacher Talbahn ihren Betrieb zwischen Niederdollendorf und Grengelsbitze aufgenommen hatte und dadurch der Einsatz der Postkutsche unrentabel geworden war. Endstation für den Personenverkehr der neuen Bahn war an der ehemaligen Gaststätte Stang/Palm. Für den Abtransport der Steine aus den Brüchen am Großen und Kleinen Scharfenberg waren die Gleise quasi vom Platz des heutigen Kreisverkehrs bis dorthin entlang der heutigen Straße Zum Rothberg weiter verlegt worden.

Ab 1925 führte die Rhein-Sieg-Eisenbahn AG auf der Strecke von Niederdollendorf nach Oberpleis den Autobusverkehr ein. Somit waren Heisterbachtal und Pleistal im öffentlichen Personennahverkehr miteinander verbunden.

Foto unten (Postkarte): Auf der Vorderseite sind Kutsche und Personal der Kaiserlichen Post vor dem Postamt in Oberpleis zu sehen (siehe auch Foto oben). Außerdem ist hier der Gruß „Letzte Post Oberpleis – Oberdollendorf am 11. Juni 1899, Gruß Fuchs“ zu lesen. Absender dieser Grußkarte war der vorne auf der Postkutsche sitzende Postillion Apollinar Fuchs. Mit dem an seinen Bruder Josef Fuchs, der in Schöneberg bei Asbach im Westerwald wohnte, gerichteten Gruß hat er das Datum der letzten Postkutschenfahrt von Oberpleis nach Oberdollendorf festgehalten.

Zur Verfügung gestellt von
Walter Weber (Postkarte unten) Die Brecheranlage Uhrmacher
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