Aufnahme: 1985
Entstehung des Hendrichs-Hofes
Im Laufe des Jahres 1830 wurde der Bellinghauser Hof – bis zu seinem Abriss im Jahre 1999 in Bellinghauserhof gelegen und Stammhof der Bellinghausens – von der preußischen Regierung zum Verkauf angeboten. Aufgrund der ersten Ablösungsverträge mit dem Staat in den Jahren 1832 und 1833 gingen Teile der zum Bellinghauser Hof gehörenden Ländereien in den Besitz der bisherigen Pächter Johann Bellinghausen (geb. 1771) und dessen ältesten Sohn Wilhelm (geb. 1796) über.
Nach dem Tod von Johann im Jahre 1834 übernahmen die erbberechtigten Kinder in weiteren Ablösungsverträgen die restlichen Teilgebiete des früheren Erbpachtbesitzes in ihr gemeinschaftliches Eigentum. Bei der Erbaufteilung erhielt Wilhelm, der älteste Sohn, die Hofgebäude mit Inventar und eine Reihe von Grundstücken. Heinrich ("Hendrich") und Peter erbten Teile des Ackerlandbesitzes. Die übrigen Geschwister wurden anderweitig abgefunden.
Wie man dem Ortsfamilienbuch Oberpleis (1727 bis 1875) – bearbeitet von Bernhard Gast und Günter H. Brenner – entnehmen kann, sind die jüngsten Kinder von Heinrich Bellinghausen und seiner Ehefrau Gertrud, geborene Schmitt, 1839 noch in Bellinghausen geboren worden. Somit kann man annehmen, dass der Hendrichs-Hof danach, also frühestens ab 1840, in Bellinghauserhof entstanden ist.
Auf dem ältesten vorliegenden Foto (ca. 1940, unten) sind am Wohngebäude noch die Klinkersteine, mit denen die Außenwände des Erdgeschosses gebaut worden sind, und das Fachwerk der oberen Etage zu erkennen.
Das Foto mit dem kompletten Hendrichs-Hof (oben) ist ungefähr auf das Jahr 1985 zu datieren, worauf das renovierte und mit weißem Außenputz versehene Wohngebäude hindeutet.
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